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Dharmshala – Mc Leod Ganj

Wir sind immer noch in Indien, auch wenn es hier nur schwer vorstellbar ist. Wo sind die TukTuks, wo die überfüllten Straßen, die Hitze, die Straßenverkäufer ausgesuchter Qualitätsware und wo sind die Inder?!? In Mc Leod Ganj bei Dharmshala laufen die Uhren ein wenig anders, hier ist alles ein wenig entspannter.

Hier hat der Dalei Lama sein Exil gefunden und lebt seit einigen Jahrzehnten in dieser kleinen Stadt, die dadurch zum Touristenmagnet geworden ist. Und hier sind wir gestern nach einer endlos langen Busfahrt inklusive Panne angekommen. Wir teilen uns ein kleines Cottage mit Eve und Franky aus Australien, die wir schon aus Amritsar kennen. Wir haben dicke Bettdecken hier liegen und nach jetzt gut 10 Nächten nur mit einem dünnen Laken oder gar nicht bedeckt ist das schon ein komisches Gefühl, unter soviel Stoff begraben zu liegen.

Es regnet hier zwar fast durchgehend wir haben den 2km und den 3km Rundweg abgesagt, aber abgesehen davon war es ein toller Aufenthalt. Die Stimmung hier ist einfach grandios entspannt und nicht so hektisch wie in dem Indien, welches wir kennen. Das liegt wohl hauptsächlich an der Präsens des Dalai Lamas und seiner Mönche, die hier ein sehr angenehmes Klima verbreiten. Wir haben uns 2 Stunden lang seinen Palast angesehen, der eigentlich mehr Schule mit angeschlossenem Tempel ist. Hier kann jeder den Buddhismus studieren und die 7 jährige Ausbildung zum Bachelor Buddhisten absolvieren. Master braucht nochmals 14 Jahre, Teacher weitere 14 und die letzte Stufe nochmal 14, aber deren Namen will uns nicht mehr einfallen. In der ganzen Anlage verteilt saßen 3 Gruppen von Mönchen und auch einige Leute in Zivil, die hier alle den Buddhismus studieren. Nach der Stunde Unterricht hatten sie jetzt die Aufgabe, zu diskutieren. Das taten sie sehr gestenreich und mit viel Bewegung, dazu wurde sehr viel gelacht und gescherzt, eine tolle Atmosphäre.

Wir wurden von 2 älteren Mönchen angesprochen und umsorgt, wurden herumgeführt und konnten alle möglichen Fragen stellen. Dabei erfuhren wir auch, dass der Dalei Lama heute ganz früh Mc Leod Ganj verlassen hat und wir ihn somit verpasst haben. Eine Audienz ist möglich, aber dafür müsse man sich mindestens 7 Tage vorher registrieren. Und die eigentliche Privatresidenz haben wir auch nicht sehen können, da Montag ist – geschlossen. Elephant Island, Red Fort, Lama-Residenz, ….

Wir verpassen sie alle!

Amritsar – Grenze

30 Kilometer westlich von Amritsar liegt die Grenze Indiens zu Pakistan. Und diese wird jeden Abend in einer prächtigen und farbenfrohen Zeremonie geschlossen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so fuhren wir mit einem winzigen Uralt-Taxi zur Grenze. Wir hatten fast romantische Vorstellungen von der Zeremonie, die von einigen wenigen Touristen aus der Entfernung mit Fernglas und Kamera bewaffnet betrachtet wird. Wir sitzen auf der staubigen Erde und betrachten die letzten die Grenze passierenden Menschen, bevor sie dann geschlossen wird.

Auf dem Weg zur Grenze wurde diese Vorstellung allerdings zunehmend unwahrscheinlicher. Die Straße zur Grenze war Richtung Grenze so voll wie die Straßen sonst nur zur Rushhour bei uns. Da mir nichts von einem regen Grenzverkehr zwischen den Ländern Indien und Pakistans bekannt ist musste ich annehmen, dass diese Menschenmassen wohl auch die Zeremonie genießen wollen – Hoffentlich bekommen wir noch einen Platz!

Mit unserem Taxi benötigten wir für die 32 Kilometer fast 1,5 Stunden, aber dann waren wir am Ziel. Tausende Menschen, hunderte Fingerfood Stände und dutzende Restaurants und Obstläden lagen vor uns, die Grenze war nicht einmal zu erahnen. Als wir sie endlich erreichten, strebten wir direkt Richtung VIP Platz. Dort dürfen die Besitzer Ausländischer Reisepässe sitzen, die Inder müssen weiter hinten Platz nehmen. Wir fandens gut 🙂 Hier waren Touristen von Indern getrennt und auch die Inder waren getrennt, in männlich, weiblich und Kinder. Rund um die Grenze und die Paradestraße waren Tribünen gebaut, ähnlich dem griechischen Theater, wie im halbkreis um das Geschehen gebaut. Das ganze hier war eine riesige Veranstalung, kein “Insidertips” für Touristen, die etwas besonderes sehen wollen.

Wir warteten fast 2 Stunden auf den Beginn der Veranstaltung. Während der ganzen Warterei bestaunten wir die albernen Paradeuniformen der Inder, allesamt wohl die größten, die sie hier in Indien haben auftreiben können. Der eine war sogar einen winzigen Tick größer als ich!! Die Sonne kam zwar nicht durch die Wolken, aber es war unglaublich heiß, wir tranken 4 Liter Wasser und waren pitschenass.

Als es dann endlich losging, waren wir schon gut bedient, aber gespannt auf das Ereignis. Leider wurden wir bitter enttäuscht, es war eine alberne ziemlich peinliche Propagandaveranstaltung auf beiden Seiten. Was die Inder auch albernes machten, die Pakistani auf der anderen Seite der Grenze taten ihr möglichstes, noch alberner zu wirken. Geleitet wurde das alles von einem Moderator, Anpeitscher, Clown, der die Massen animierte. So wurde gejubelt, wenn die Indische Fahne geschwenkt wurde, wenn Kinder mit der Flagge auf die Grenze zuliefen. Das schlimmste und einzönigste war aber eine Prozedur, die sich ständig wiederholte. Einer der Paradesoldaten brüllt so lang e wie möglich ins Mikro “INDIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEN” und wenn er dann endlich fertig ist, brüllt das ganze Volk “UNSERE MUTTER”. Pakistans Bürger machen auf der anderen seite das gleiche, die Lautsprecher auf Maximum gestelllt.

1,5 Stunden ging das, unterbrochen von Verrenkungen der Soldaten, die man eigentlich nur von Ballettkönnern kennt.


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Amritsar

Amritsar, unser nächster Stop. 30 Kilometer von der Grenze zu Pakistan entfernt verbringen wir hier zwei ganze halbe Tage, davon die meiste Zeit im Goldenen Tempel, der Zentrum der Stadt. Dieser Tempel, vergoldet mit 750 Kilogramm Gold, ist das größte Heiligtum der Sikh, die hier fast 50% der Bevölkerung stellen und in ganz Indien etwa 30 Millionen Anhänger zählen. Der Lonely Planet und viele Berichte sind der Meinung, dass dieser Tempel eines der absoluten Highlights Indiens ist und das man das absolut gesehen haben muss. Wir wollten das erst nicht so recht glaube, schließlich gibt es hier hunderte Tempel und dieser unterscheidet sich von den anderen hauptsächlich dadurch, dass er vergoldet ist. Aber denkste!

Wir waren von der Athmosphäre in diesem Tempelkomplex so begeistert, dass wir noch einmal wieder kommen wollten. Am ersten Tag haben wir uns bei Traumwetter den Tempel angeschaut. Aber da es Sonntag war und nebenbei der Tag der Unabhängigkeit in Indien (Nationalfeiertag!), war us so unglaublich voll, dass wir uns nicht bis ins allerheiligste, den Tempel selbst, vorschlagen konnten. So gingen wir in der prallen Sonne und blauem Himmel um den Tempel und bestaunten diesen Ort. Im belebten und oftmals auch chaotischen Indien war dieser Ort trotz der sich heute drängenden Menschenmassen irgendwie ein Ort der Ruhe, der Stille.

Den Abend verbrachten wir im Restaurant unseres Couchsurfer Gastgebers, Mr Singh. Dieser besitzt etwas außerdehalb von Amritsar ein Landhaus mit Wirtschaft, wo er Zimmer an Gäste vermietet. Die Zimmer, die gerade frei sind, bietet er kostenlos Couchsurfern wie uns an. Doppelbett, Deckenventilator, Klopapier, Kühlschrank, Deckenventilator, Klimaanlage, Dusche, all das for free für Couchsurfers. Ein Traum. Einzig das essen im angeschlossenen Restaurant müssen wir bezahlen oder halt selbst mitgebrachtes Essen. Der Preis war angemessen und die Gerichte super lecker, keine Frage also, wofür wir uns entschieden. Anschließend ging es noch in einen der 2 großen Pools schwimmen. Fille hat sich allerdings nicht wirklich ins Wasser begeben sollen, da die anderen Gäste des Restaurants, allesamt Bierbauchige, betrunkende Punjabi, sofort zum gaffen gekommen wären.

Nach einer sehr erholsamen Nacht fuhren wir morgens noch einmal nach Amritsar, um den goldenen Tempel ein weiteres Mal zu besuchen. Dieses Mal stellten wir uns an, um den Tempel auch von Innen zu sehen. Dort sind Fotos strikt! Verboten, woran wir uns natürlich gehalten haben. Allerdings die meisten Inder nicht … Wir sind Gast hier, also benehmen wir uns auch entsprechend. Die Sikh haben hier ein Ritual, welches sie ausführen müssen. Dafür kaufen sie am Eingang des Tempels einen Teller aus getrockneten und in Form gepressten Blättern, worin sie extrem fettiges, süßes Porrigde zum Tempel tragen, dort segnen und beten, um es dann anschließend außerhalb des goldenen Tempels zu essen. Dazu gehört ein großer Schluck aus dem See, in dem der Tempel liegt. Wir verzichteten auf den guten Tropfen und versuchten nur das Porrigde, was sehr lecker war.

Anschließend setzten wir uns hin und schauten uns bestimmt 2 Stunden lang einfach die Menschen und ihre Feiertagstrachten an. In der Gallerie sind einige der Fotos, die wir gemacht haben.

Unsere Meinung zum Lonely Planet und dem Tempel Eintrag: Definitiv ein großes MUSS!

Delhi

Vom Flug nach Delhi bekamen wir beide recht wenig mit, wir schliefen fast die ganze Zeit. In Dehli angekommen wollten wir eigentlich einen weiteren Flug nach Srinaga antreten, aber daraus wurde nichts. Srinaga liegt mitten im Kashmir und ist somit Schauplatz der Flut, die in Pakistan schon viele hundert Menschenleben gefordert hat. Als dann noch 2 Bomben explodierten riefen wir die deutsche Botschaft in Dehli an und erkundigten uns. Die nette Dame teilte uns mit, dass für das Gebiet eine Reisewarnung ausgegeben und von Reisen in dieses Gebiet dringend abgeraten wird. Sollten wir trotzdem reisen, wäre das auf eigene Faust und im Falle des Falles müssten wir sämtliche Bergungskosten selbst zahlen.

Wir hatten es schon die ganze Woche befürchtet, dass die Flut noch länger anhalten wird, aber jetzt den Flug ins Kashmir zu stornieren tut schon etwas weh, da wir uns sehr darauf gefreut hatten. Das gute an der ganzen Sache ist, dass wir jetzt etwas mehr Luft haben und Dehli jetzt “in Ruhe” zwischenschieben und nicht noch am letzten Tag irgendwie reinquetschen.

In Dehli angekommen schnappten wir uns ein so genanntes “PrePaid Taxi” und fuhren zu unserer Unterkunft. Natürlich hatte unser Taxifahrer keinen Schimmer, wo genau wie hinwollten, aber er fuhr erstmal los. Im richtigen Stadtteil angekommen fragte er sich dann durch. Durchfragen sieht so aus, dass er die Scheibe runterkurbelt und irgendeinen anderen Inder anbrüllt. Dieser steht dann wie befohlen auf und kommt ans geöffnete Fenster und sagt, was er weiß. Unmittelbar darauf gibt der Taxifahrer Gas und fährt wort- und grußlos weiter. Dann waren wir am Ziel, sagte er Taxifahrer. Fille und ich waren da anderer Meinung. Die Hausnummer stimmte zwar, aber die Straße irgendwie nicht. Also ließen wir den Taxifahrer weitersuchen. Das dritte mal “am Ziel” war dann auch wirklich unser Ziel und wir konnten aussteigen.

Das Ziel war ein Couchsurfer, der fast jede Nacht Reisenden Unterkunft bietet. Er erzählte eine Menge aus seinem Leben, er sei sehr erfolgreicher DJ gewesen und habe danach erfolgreich Diamtenschmuck designt und verkauft und jetzt mit 34 Jahren sei er nur noch auf Fun aus. Daher hatte er eine extra Wohnung für Couchsurfer angemietet und dort jede Nacht bis zu 4 Surfern eine luxuriöse Unterkunft geboten. Aber aus irgendeinem Grund gab es diese Wohnung nicht mehr und wir “mussten” in seinem Privathaus übernachten. Er selbst gab sich super viel Mühe, erzählte Geschichten, führte uns in der Stadt herum und war echt bemüht, aber die Unterkunft ging mal gar nicht. Nicht nur, dass er gleichzeitig 4 Gäste hatte, obwohl nur 3 Betten zur Verfügung standen. Seine Wohnung war schmuddelig und die Betten voller Milben. Wir juckten und kratzten uns die halbe Nacht lang und flüchteten am nächsten Tag aus diesem Haus. Das schlimmste an der ganzen Sache aber war die Stimmung, die von seiner Ehefrau ausging. Sie zoffte sich dauernd mit Ihrem Mann und machte nicht wirklich den Eindruck, als würde sie das Hobby ihres Mannes, Wildfremde ins Haus einzuladen, gutheißen. Sie war uns gegenüber stets freundlich, ließ aber durchblicken, dass sie uns nicht willkommen heißt.

Aber er selbst war eigentlich ein cooler Typ, der aber hauptsächlich von Drogenkonsum und Chillen sprach. Er beleitete uns und ein Pärchen aus Frankreich, dass am Vorabend in Indien gelandet war und erstmal ziemlich abgezogen wurde. Statt der 4 Euro vom Flughafen zur Wunschadresse hatten sie 20 gezahlt und dann wurden sie vor einem Hotel abgesetzt “dem einzigen, was jetzt noch offen hat” und durften auch da noch den 10 fachen Preis bezahlen. Tja, selbst schuld, wer sich nicht informiert. Aber Shiva, so hieß unser Gastgeber, marschierte am nächsten Tag zu dem Hotel und machte einen Aufstand und erhielt so einige der Euros zurück. Klasse Story, wir haben uns mit den Franzosen gefreut.

Nach Ankunft bei Shiva konnten wir dann endlich 2 Stunden schlafen, bevor wir mit ihm Richtung Akshardham aufbrachen. Um dorthin zu gelangen mussten wir erstmal zur Metro laufen und dann ~15 Stationen fahren. Es war echt toll, ihn dabeizuhaben, denn das System der Metro ist nur einfach, wenn man es durchschaut hat. Die Metro ist nagelneu, sehr sauber und, was uns am besten Gefallen hat, eiskalt! Klimaanlage Ahoi! Ich habe mich gefragt, wie man in einer so alten und dicht bebauten Stadt wie Delhi einfach mal mehrere Metro Linien (oberirdisch!) durch die Stadt legen kann, aber die Bürger und Grundbesitzer haben hier wahrschienlich ähnliche Rechte wie die in China.

Wir kamen in Akshardham an und hatten erstmal einen tollen Blick auf eine der größten Baustellen Indiens – Die Commonwealth Games. Sie sollen hier in wenigen Wochen starten und bis dahin muss alles fertig sein. Es sieht wirklich nicht so aus, als wäre es auch nur ansatzweise schaffbar. Aber uns wars halbwegs egal, wir wollten uns ja nur die große Tempelanlage ansehen. Auf dem Weg wurden wir von Shiva, wie oft pro Monat macht er bitte diese Tour mit Couchsurfern?, dass wir hier keine Fotos machen dürfen und alles abgeben müssten, der Sicherheit wegen. Aber was wir dort erlebt haben, topt wirklich alles. Jeder Sicherheitsfanatiker wäre hier wegen der eigenen Sorglosigkeit vor Scham im Boden versunken. Das hier haben wir noch nicht erlebt. Wir mussten absolut alles abgeben, was irgendwie auch nur ansatzweise Technisch ist. Als wir alles abgegeben hatten und für die Leibesvisitation anstanden, wurde mir schlussendlich auch noch mein USB Stick abgenommen, der im Portmonee von mir vergessen wurde.

Der Clou an der ganzen Sache ist, dass der ganze Aufwand hier meiner Meinung nach völlig unnötig ist. Leider habe ich keine Fotos machen können (wie auch ohne Kamera!), die von der Schönheit und Imposanz dieser Anlage Zeugnis geben, dann hätte man die Vorkehrunen vielleicht verstanden. Aber an der Information wurden wir aufgeklärt, dass dieser gesamte riesige Tempelkomplex im Jahre 2005 fertig gestellt wurde. Ich fragte, an ein Missverständnis glaubend, “Ja, renoviert, aber wann wurde er errichtet?”. Die Antwort darauf war die gleiche, im Jahre 2005. Nach dem dritten Mal ungläubigen Nachfragens kam langsam die Erkenntnis, dass diese ganze Anlage wirklich neu ist und keine 10 Jahre auf dem Buckel hat. In dem Moment verstand ich Indien noch viel weniger als ich es eh schon tue. Warum schützt man dieses Bauhaus besser oder überhaupt? Warum verbietet man Fotos?!!! T.I.I. – That is India! Der Tag war um und uns erwartete eine lange, schlafarme Nacht.

Nach Jucken und Kratzen entschieden wir uns am morgen gemeinsam, den Tag alleine in Delhi zu verbringen, unser Gepäck vorerst bei Shiva zu lassen und am Abend dann zu Max aufzubrechen. Max ist Franzose und war Praktikant in Baroda, wie Nils und Anja. Er wohnte in der gleichen Wohnung und hatte sehr guten Kontakt zum Yogalehrer, den auch wir sehr geschätzt haben. Er hat uns sofort gesagt “Wenn ihr nach Delhi geht, ruft Max an. Er ist super drauf und freut sich bestimnmt, euch beherbergen zu dürfen” Long Story short – Wir riefen ihn an und er lud uns zu sich ein. Die 2 Stunden mit ihm am Abend waren unglaublich toll und wir fragten uns, warum wir nicht gleich diesen Insider Tip angenommen haben. Max war einfach ein Gastgeber wie man ihn sich wünscht. Zitat von Max beim Gespräch über Indiens Vision, die USA abzulösen “Was soll man schon von einer Nation halten, die mehr Mobiltelefone als Toiletten hat?”

Aber bevor wir uns von einem tollen und anstrengenden Tag bei Max erholen durften, wollten wir uns erstmal Delhi ansehen. Und so fuhren wir morgens erstmal ins touristische Zentrum Delhis, zum Connaught Place. In der Mitte ist eine Wiese und darum sind viele Ringe angeordnet mit Shops, Restaurants und Büros aller Art. Leider ist die Stadt auf die Idee gekommen, den gesamten Platz einfach mal zu modernisieren und so landeten wir auf einer riesigen Baustelle. Auf der Suche nach der Orientierung trafen wir Elisabeth and James, 2 Stundenten aus Australien, die genauso verwirrt waren wie wir. Wir suchten gemeinsam ein klimatisiertes Kaffee und wurden Best Friends for one day.

Das klimatisierte Kaffee war genau, was wir benötigten. Delhi ist so unglaublich heiß, staubig und laut, da braucht man ab und zu eine Erfrischung. Auch wenn das Essen mies war und der Kaffee weder Kaffee war noch schmeckte, die Klimaanlage reichte aus, um uns neue Lust auf den Tag zu machen. Mit den beiden schauten wir uns dann das Humayuns Tomb an, wo wir 250 Ruppies Eintritt zahlen. Inder zahlen 10 Ruppies. Da fühlt man sich als armer Budget Student doch ein wenig abgezockt. Auch wenn das Grabmal jeden Cent wert war, ist diese doch etwas fragwürdige Methode der Preisgebung doch diskussionswürdig. Das gleiche beim Safdarjang Tomb.

Die Erfahrung von Fille und mir hier in Delhi ist leider, dass absolut jeder hier versucht, dich auszunehmen, dich abzuziehen, zu verarschen. Klingt hart, ist hier in Delhi aber wirklich der Fall. Als wir im Taxi von A nach B fuhren und uns auf 70 Ruppies Fahrpreis geeinigt hatten unterhielten wir uns auf englisch (die Aussies und wir) über den “fairen” Fahrpreis. Als wir uns darauf geeinnigt hatten, dass 25 statt der vereinbarten 70 fair seien sahen wir den Fahrer breit grinsend in seinem Rückspiegel. Er konnte augenscheinlich englisch und gab daraufhin zu, dass wir viel zu viel bezahlen würden, aber das macht hier jeder so mit Touristen. Na toll! – Aber immerhin ehrlich.

Mehr schockierend als das ganze “abgezogen und betrogen werden” war der Moment, als plötzlich mitten auf einer der größten Kreuzungen Indiens neben uns ein kleiner (sehr klein!) Junge auftauchte und uns anbettelte. Er blieb neben uns stehen und streckte seine Hand flehend aus und schaute uns so jämmerlich an, dass wir ihn am liebsten mitgenommen haben. Als dann der Verkehr wieder anrollte und der Junge hinter uns im Verkehr zurückblieb wurden wir richtig wütend auf die Menschen, die für so ein Elend verantwortlich sind. Welche Eltern schicken ihren Sohn bitte eine Kreuzung, um Geld zu erbetteln?

Nach dem Schock gingen wir erstmal in das vom Lonely Planet empfohlene Restaurant und ließen es uns gut gehen, bevor wir unsere Kleingruppe wieder auflöste. Fille und ich haben dann noch fast 2 Stunden auf einem unterirdischen Bazar verbracht, bevor wir dann aufbrachen, um bei Shiva “auszuchecken”. Er war richtig traurig, dass wir ihn verließen, er wollte mich uns in eine Kneipe gehen und einige Bier trinken, aber wir lehnten ab. Schließlich mussten und wollten wir noch zu Max, um dort die letzte Nacht in Delhi zu verbringen.

Am nächsten Morgen waren wir total erholt und freuten uns auf die wenigen Stunden, die wir noch in Delhi hatten. Eigentlich freuten wir uns beide wohl eher noch mehr über die Tatsache, dass wir Delhi endlich hinter uns lassen können. Diese Stadt ist nur laut, heiß, staubig, dreckig und vor allem …. viel viel zu viele Menschen. Gleich nach dem Aufstehen gings zum Hauptbahnhof, weil wir versuchen wollten, im International Tourist Bureau noch 2 Tickets mit dem Zug nach Amritsar zu ergattern. Wir hatten zwar vor 4 Tagen schon bestellt, aber wir lagen immer noch auf der Warteliste. Der Bahnhof war genau wie Delhi, viel zu viele Menschen. Sichtbare Armut, Menschenmassen, Rücksichtsloses Verhalten der Menschen – und dazwischen wir, die wir das International Tourist Bureau suchten. An dieser Stelle das Zitat aus dem Lonely Planet: “International Tourist Bureau: “Do not believe anyone who tells you it has shiftet, closed or burnt down”. Nach einer Viertelstunde hatten wir es. Von außen sah es schäbig aus, von innen war es wie eine andere Welt. Sofas standen hier, saubere Becher und ein Wasserspender, Klimaanlage, nur jeder 2te Platz war besetzt und nicht wie draußen jeder doppelt, fast ausschließlich Weiße und … kein Gedränge – Es gab eine Ordnung, die von allen bereitwillig eingehalten wurde. Was für ein Kontrast zum Leben außerhalb dieses Raumes. Aber das schönste war die sms, die ich in dem Moment erhalten habe, als wir an die Reihe kamen: “Train Status Delhi-Amritsar: CONFIRMED” -> Yeeha!

Wir klatschten uns freudestrahlend ab und verließen den Ort der Zuflucht in diesem Bienenstock. Jetzt konnten wir uns richtig auf die letzten 4 Stunden in Delhi freuen, die anstrengend werden würden, mit vollem Gepäck. Aber die Aussicht auf eine 1ste Klasse Fahrt im Klimatisierten Express mit 5,5 Stunden Fahrtzeit war großartig, zumal die alternative der Nachtzug gewesen wäre, der 12 Stunden braucht und wo wir keine Reservierung für haben und folglich auf dem Gang stehen müssen. Teuer, aber egal!

Gut gelaunt ging es wieder in die Metro, wo wir wieder unser gesamtes Gepäck scannen lassen mussten. Hier in Delhi wird jedes Gepäckstück durch den X-Ray gejagt, wie auf dem Flughafen. 5X mussten wir heute diese Prozedur erdulden. Aber jetzt wars egal. Wir wollten noch den Bazar sehen, das Rote Fort und Jama Masjid, die berühmteste Moschee von Delhi. Das Rote Fort hatte natürlich geschlossen, aber das wussten wir. Der Bazar war auch nicht wirklich der Hammer, aber die Moscheee war trotz des einsetzenden Regens toll. Ich musste meine Beine bedecken und einen Schottenkilt ähnlichen Rock tragen. Fille musste zusätzlich auch noch die Schultern und Oberarme verbergen. Es sah ziemlich drollig aus, wie die ganzen Touristen da quietschebunt über den Platz der Moschee liefen.

Am Nachmittag saßen wir dann erschöpft, aber sehr zufrieden im 1ste Klasse Abteil des Expresses nach Amritsar. Und was uns hier geboten wurde, muss festgehalten werden. Erstmal bekam jeder Fahrgast eine Wasserflasche mit Becher, dann gabs für jeden eine einzelne rote Rose, auch für mich. Dann Saft, Apfel Ananas, Orange, was kommt als nächstes?

Das Mittagsmenu, bestehend aus einem Käsesandwich mit Ketchup, einem Schokoriegel, einem Nachtisch ähnlich wie zuckerwatte nur fester zum Löffeln, einer Handvoll gesalzener Cashewkerne und Teebeuteln, Wasser wurde seperat gereicht. Nach 2 Minuten bekamen wir jeder noch ein warmes Samosa dazu und wieder 2 Minuten später noch jeder ein Kännchen mit heißem Wasser.

So reist man hier also erste Klasse. Fille hat sich schon eine weitere Schicht angezogen, die Klimaanlage arbeitet auf Hochturen und kült das ganze mächtig herunter. Aber übertriebene Kälte und zuviel Essen mit Schnickschnack drumherum, den keiner braucht, das ist eben der Ausdruck von Luxus in Indien. Die erste Klasse der Indischen Eisenbahn. Ich fühle mich umsorgt wie an Bord einer guten Airline.

Klar haben wir mit 20 Euro pro Person einen verhältnismäßig hohen Preis bezahlt statt der 5 Euro in der dritten Klasse, aber wenn man mal aufrechnet. Wir bekommen im Zug Mittagessen und Abendbrot, dazu Nachtisch und soviel Tee wir trinken wollen. Und wir kommen entspannt am Ziel an, das ist das beste. Sehr entspannt.

So recht vergleichen knan man das ganze aber nicht. In 6 Stunden schafft man in Deutschland die Strecke Hamburg-München, hier schaffen wir in der gleichen Zeit gerade mal Hamburg-Hannover. Aber es ist ein Event und wir genießen es.

Jetzt schaut Fille mit mir raus auf die vorbeifliegenden Felder. Reisbauern bearbeiten ihre Felder, Wasserbüffel liegen im Wasser, Kinder spielen auf den Straßen kleiner Dörfer, alles in dem Rot der Abenddämmerung. Sie würde gerne Fotos machen und einige dieser Momente festhalten, aber durch die dreckigen Scheiben hindurch kann das nichts werden. Ein kurzes “In der dritten Klasse hättest du Fotos machen können, die haben keine Fenster” entfährt mir. Aber eigentlich sind wir hier ganz zufrieden 🙂

Fotos sind fast alle Kommentiert – PicLense!

Baroda

Wir kamen puenktlich um 6.35am in Baroda an, schnappten uns eine Ryckshaw und fuhren zum Express Hotel, wo Nils uns abholen wollte. Aufgefallen uns hier gleich, dass alle Ryckshaws gleich aussehen, alle gruen mit gelben Dach. Der ausgemachte Preis bis zum Express Hotel war Rs 15, am Ziel angekommen wollte er Rs 25 haben. Einige Sachen bleiben dann doch ueberall in Indien gleich. Nach Begruessung und Wiedersehensfreue mussten wir uns erstmal noch 3 Stunden aufs Ohr hauen, denn die Fahrt, dieses Mal in der Sleeper Class, war noch schlimmer als die 2nd Fahrt nach Mumbai.

Nach dem wieder erwachen checkten wir Mails, duschten und gingen dann die 1000 Meter zum Arbeitsplatz von Nils und Anja, seiner deutschen Mitbewohnerin. Auf dem Weg dorthin wurden wir massig von Kindern angebettel, sie fassten uns an und kratzten uns, als wir kein Geld herausrueckten. Von einer besonders aufdringlichen Maedchen befreite uns ein indischer Geschaeftsmann, der uns entgegenkam und dem es offensichtlich peinlich ist, dass seine Landsleute bettelnde Kinder gibt, die Touristen belaestigen.

Nils wartete schon auf uns und fuhrte uns ins CHERRY, einem Restaurant mit sehr gutem Essen. Wir bestellten alle Thali, das ist Reis oder Brot in der Mitte mit verschiedenen Sossen oder Curries aussenrum. Dazu tranken wir gefiltertes Leitungswasser, was Philippa leider nicht so gut bekam. Eigentlich nichts besonderes, aber mit uns am Tisch sassen noch 5 weitere Deutche, die hier auch Praktika machten. Der deutschte Stammtisch also.

Im Anschluss haben Fille und ich die extrem heissen Strassen Barodas erkunden wollen und fluechteten uns von Air Condition zu Air Condition. Schliesslich landeten wir in einer Shopping Mall und kauften Wasser und Aepfel. Die Bekleidungsshops hier haben fast alle ein Angebot “Kaufe 5, bezahle 1”. Eigentlich ein super Angebot! Das Problem dabei ist leider nur, dass man im ganzan Laden keine 5 Stuecke findet, die einem gefallen+passen. Dafuer hatte Fille draussen auf dem kleinen Bazaar etwas mehr Gleuck, wo sie eine Hose fuer Rs 120 kaufte. Dieser Preis war anscheinend viel zu hoch und man sah dem Gesicht des Verkaeufers die Freude ueber diesen Deal foermlich an. Egal! Eine gute Tat am Tag J

Das Highlight des Tages bestand in einer Yoga Session am Abend, auf dem Dach des Hauses, wo wir wohnten. Der Bruder des Besitzers hat hier ein Buero und gibt Yoga Stunden. Fuer die Interns hat er es schon immer kostenlos gemacht und so sassen wir von 8.00pm bis 9.30pm auf dem Dach und lernten, unsere Atmung zu kontrollieren und auf den eignen Koerper zu achten. Ich (Lukas) konnte mit einem genialen Trick des Teachers die perfekte Yoga Position einnehmen, was ich zuletzt im Kindesalter geschafft habe. Bin also doch noch nicht so ungelenk wie ich dachte!!!

Nach der Session haben wir uns noch ne halbe Weile mit ihm unterhalten und auf Baroda geschaut. In der Entfernung war ein Turm und darueber eine rote, wabernde Lichtsaeule. Es sah aus wie Mordor, der Turm von Minas Morgul, aus dem Herrn der Ringe. Glaubt uns keiner, aber es war so! Wer behauptet, das sei eine Oel-Raffinerie, der luegt!

Am naechstne Tag hatten wir bis auf den Besuch des Palastes von Baroda nichts vor. Aber der hatte es in sich, die ganze Anlage und der Palast selbst. Gut, dass wir Nils dabeihatten, denn unser Ryckshawfahrer hatte absolut keine Ahnung, wo in der Stadt der Palast der Stadt sich befinde – schon Merkwuerdig! Also musste Nils den Taxifahrer zur groessten Sehenswuerdigkeit der Stadt lotsen. Diese Inder!

Zum Abendbrot gingen wir nochmal sehr schick essen und danach liessen wir den Abend bei Nils und Anja in der Wohnung ausklingen. Ich sah Flughunde durch den Nachthimmel fliegen, ein Erlebnis. Wie Fledermaeuse sehen sie aus, nur viel viel groesser. Dann hiess es auch schon Abschied nehmen vom ruhigen Leben in Baroda und Nils und Anja.

Um 3.00am schlichen wir ueber den stockdunkeln, aber wuseligen Busbahnhof von Baroda und suchten den Bus nach Ahmedabad. Es war sehr dreckig und stank entsetzlich nach Urin.In Ahmedabad angekommen versuchten wir dann, den Bus zum internationalen Flughafen zu finden. Wir fragten und fragten und fragten – Wir bekamen absolut immer die Antwort, dass es keine Bus zum Flughafen gebe. Alle wollten uns zum Taxi oder Ryckshawstand lotsen. Am Ende waren wir so genervt vom verarscht werden, Pissegestank und muede von der Reise, dass wir uns eine Ryckshaw schnappten und zum Flughafen fahren liessen.

Dort angekommen betraten wir augenblicklich eine andere Welt. Nach den Erfahrungen in den dunklen Bahnhoefen kam uns diese Flughafenhalle vor wie das Paradies.

Am Ende nochmal einen Dank an Nils, der sich extra einen Tag frei genommen hatte und Anja. Wir haben uns bei Euch total wohlgefuehlt. Es fehlte an nichts! Danke fuer die 2 schoenen Tage mit Euch!

PicLense mit Kommentaren ist auch wieder am Start!

Mumbai

Ich liege auf einer 2 Meter langen Pritsche 40 cm unter der Decke. Das Nachtlager teile ich mir mit meinem Rucksack und Kekskrümeln, beides unter mir begraben. Um mich herum surren dutzende Ventilatoren und erzeugen einen Lärm, der selbst das lauteste Schnarchen übertönt und wenn die Tür zum Abort aufgeht, duftet es dezent nach Exkrementen. Neben mir liegt Philippa und findet das ganze genauso unkomfortabel wie ich. Aber wir haben es geschafft, sitzen/liegen im richtigen Zug nach Baroda, in der Sleeper Class. Mumbai liegt hinter uns.

Als wir hier ankamen, hatten wir eine 15 stündige Zugfahrt hinter uns. 11 Stunden dauert die Fahrt laut Plan, 4 Stunden die Verspätung. Obwohl wir uns die zweitbeste Klasse gegönnt hatten, war die Nacht lang und unbequem. Aber auch so eine Nacht geht ja zum Glück einmal zu Ende und so kamen wir um 10.30am in Bombay an oder besser gesagt, in einem Suburb von Bombay 43 Kilometer von unserem Ziel entfernt. Am Bahnhof sprang uns erstmal die große Armut der Menschen hier abseits der Touristenströme sowie deren Gerüche an. Wir verschenkten unser Wasser und die Kekse und suchten den Bus/Bahn stadteinwärts, aber öffentliche Transportmittel gibt es natürlich nicht, wenn man Taxi und Tuk Tuk Fahrer fragt. Wir schnappten uns ein Taxi, wobei man eigentlich sagen müsste, er schnappte sich uns, und fuhren nach Colaba ganz im Süden Bombays.

Dort angekommen mussten wir uns erstmal ein überteuertes Hotel suchen. Schließlich fanden wir ein ranziges, verschimmeltes Zimmer für 20 Euro/Nacht, was sehr viel ist. Aber wir hatten unser eigenes kleines Badezimmer und konnten abschließen, das war auch was wert.

Angekommen wollten wir losmachen und erstmal feststellen, wo wir uns auf meiner Karte eigentlich befinden, also fragten wir die Rezeption. Die beugten sich interessiert über meine Karte und bestaunten die vielen Linien, Punkte und Piktogramme. Ob sie erkannten, dass es eine Karte ihres Stadtteils sein soll? Auf jeden Fall zeichneten sie ihr Hotel in meiner Karte nicht nur 2 Kilometer zu weit nach Süden als auch auf die falsche Straßenseite. So marschierten Phille und ich, als wir dann zum Stadtbummel aufbrachen, auch erstmal in die falsche Richtung.

Das machte aber nichts, weil wir so gleich nach wenigen Metern ins Kaffee Leonardo, wo wir eh hinwollten und uns auch gleich etwas gönten. Der Eiskaffee war lecker und wir wussten jetzt auch, wo wir waren, ein guter Start in unser Mumbai-Abenteuer. Wie in Goa hatten wir auch hier in Mumbai ganz viele “guud frends”, aber man gewöhnt sich dran. Ich (Lukas) habe mir dann im erstbesten Shop eine 2te kurze Hose gekauft, was ich schon in Goa erfolglos versucht habe. Sie zogen mich zwar ab, aber daran gewöhnen wir uns langsam.

Nach diesem “Erfolg” starteten wir unseren kleinen Rundgang durch Colaba und anschließend durch das Fort. Wir machten alle naselang Pause und kosteten hier eine Samosa, dort einen Fruitjiuce und zwischendurch noch ganz viel leckeren Tee, ungesüßt. Es gibt hier “Tea” für 8 Ruppies und “Tea Special” für 15 Ruppies. Worin unterscheiden die sich? Eigentlich gar nicht, bis auf dass der teurere keinen Zucker enthält. Ist auch selten, dass man mehr bezahlt, obwohl man weniger erhält.

Am Abend haben wir uns dann an die berühmte Wasserfront von Mumbai gechillt und eine Dosa mit Kartoffeln gegessen, bevor wir dann auch noch Zuckerrohr in Stücken geschnitten naschten. Wir waren an diesem sehr schönen Ort mit toller Atmospähre die einzigen westlichen Gestalten. Wohin wir auch blickten, nur Inder um uns herum – und die blickten interessiert zurück. Philippa hat sich langsam etwas daran gewöhnt, dass die Kameras oft auf uns gerichtet sind, obwohl an uns unserer Meinung nach nichts besonderes ist.

Für uns etwas besonders oder eher ungewöhnlich war, dass vor unseren Augen ein Mann von einem Aufseher mehrfach mit einem Stock geschlagen und dann vom Strand eskotiert wurde. Und auch die kleinen Mädchen, die in Reih und Glied nebeneinander auf den Strand kackten sowie der Junge, der sich in einem Abwasserkanal die Zähnte putze, passten nicht in unser Bild. Aber abgesehen von diesen indischen Eigenheiten hatten wir ein paar sehr schöne und leckere Stunden hier am Strand, bevor wir uns dann auf den Heimweg machten.

Aber nicht, bevor ich noch das hier angebotene Eis probieren musste. Es hatte mich einfach zu lange angelacht. Aber der Geschmack war wie zu erwarten war so unglaublich süß, dass ich das Eis dem nächsten bettelnden Kind in die Hand drückte.

Der zweite  Tag stand ganz im Zeichen des Fruchtsaftes, frisch gepresst. Wir versuchten Ananas, Mosambi, Mango mit Papaya und Granatapfel, während wir mit Kamera und kleinem Rucksack ausgestattet durch Nebengassen Mumbais schlenderten. Es war total entspannend und angenehm, hier zu wandern. Die Straßen waren zwar sehr voll und von Händlern gesäumt, die alles Mögliche anboten. Wir konnten Menschen bei Arbeiten zusehen, die bei uns keiner mehr macht, weil es sich einfach nicht lohnt. So sahen wir einen Schereschleifer, einen Strohhalmverkäufer und jemanden, der mit einem Lötkolben einen kleinen Ventilator zu reperieren versuchte.

Leider hatte ich am Vortag für einige Versuche von Nachtaufnahmen an der ISO meiner Kamera herumgestellt und dann heute vergessen, sie wieder herunterzustellen. Einige Bilder sehen ziemlich verstrahlt aus, schade. Wir sind eine ähnliche Strecke gegangen wie gestern, haben ganz viel Tee getrunken und sind an 2 Kilometern Bazar vorbeigezogen. Schuhe und Kleidung, alle paar Meter denkt man, ein Deja vu zu haben, aber dann erkennt man doch, dass bei diesem Stand die Waren etwas anders angeordnet sind. Wie fast immer in Indien gilt auch hier: Wir hatten eine schöne Zeit, es ist aber sehr anstrengend.

Als wir dann wieder am Ausgangspunkt ankamen, waren plötzlich die Bekleidungsstände weg und eine riesige Bücherwand war gewachsen. Zehntausende Bücher türmten sich vor uns auf. “The Life of Mahatma Ghandi” lag neben “Lonely Planet – India” und “Mein Kampf”. Hier gab es alles und natürlich nur Originale “imported from U.K.”, wir uns versichert wurde. Schaute sich ein Buch aber genauer an sah man sofort, dass es vielleicht doch nicht ganz so original war wie behauptet. Da mein Buch “The Dwarfes” 20 Seiten vor dem Ende stand, kaufte ich mir einen Dan Brown, “Lost Symbol”. Leichte Kost, gut fürs Reisen.

Heute am 2ten Tag Mumbai hatten wir soviel indische Kultur erfahren, dass wir beide der Meinung waren, uns etwas westliches gönnen zu wollen. Und so klapperten wir die Kinos ab, bis wir ein passendes gefunden hatten. Hier sahen wir bei schätzungsweise 15°C “Predators”, ein Schundfilm und 2te etwas missglückte Fortsetzung von “Alien versus Predator”. Aber wir hatten unseren Spaß. Besonders der “alte Opi” amüsierte Phille, der uns in einem komplett leeren Kino empfing. Er wollte unsere Tickets sehen, las die Nummer und wackelte mit Taschenlampe vorran auf unsere Sitze zu und wies sie uns an. Ein weiterer Überflüssiger Angestellter in diesem Land, aber das ist eben Indien. Für jeden kleinen ******* gibt es irgendeinen, der dafür verantwortlich ist. Als wir uns während des Films zur Toilette schlichen, sahen wir ihn friedlich in seinem Stuhl zusammengesunken schlafen. Was ein Job!

Nach dem Kino ging es auch schon wieder zurück zum Hotel, unsere Rucksäcke einsammeln und langsam Richtung Bandra Station und dann nach Baroda aufbrechen. Alles war noch da, unsere Ängste waren unbegründet und so gings zu einem letzten Bummel durch die Straßen von Mumbai. Wir hatten uns von Touristen mit Kamera und Tagesrucksack zu Rucksacktouristen mit viel Gepäck auf dem Rücken verwandelt. Die Verwandlung der Inder in den Shops war fast noch größer. So wurden uns jetzt keine Uhren, Schmuck oder T-Shirts mehr angeboten, sondern Hotels oder Taxen zum Flughafen.

Nachdem wir einige frische Feigen vernascht hatten, ließen wir uns nochmal kurz im klimatisierten McDonnalds unseres Vertrauens nieder. Ich wollte die Adresse nachschauen, das Zugticket überprüfen und einige Notizen niederschreiben. Und nebenbei wollte ich unbedingt 2 Burger testen, die hier angeboten werden. So gibt es im 100% fleischfreien McDonnalds (natürlich gibt es Fisch+Hähnchen) einen McAloo Tikki Burger, einen Kartoffelbratling Burger und den McSalad Sandwich Burger, 2 Brötchenhälften mit Grünzeugs dazwischen. Ganz lecker, aber nicht wirklich was besonderes.

So, und hier endet eigentlich dieser doch etwas längere Eintrag in dieses Fototagebuch. Wenn da nicht noch einige indische Wichtigtuer wären, die gerne demonstrieren, dass sie “hier” das sagen haben. Beim ersten Vorfall war es meiner Meinung nach sogar rassistisch von ihm, aber der Reihe nach.
Wir brachen in Churchgate auf und Fuhren 15 Stationen mit einer S-Bahn nach Bandra Station, einem Suburb Mumbais, von wo aus unser Nachtzug in der dritten Klasse nach Baroda gehen sollte. Im Bahnhof angekommen wollten wir noch Früchte und ein paar Kekse kaufen. Als das geschehen war, setzten wir uns in die fast leere Wartehalle und holten unsere Bücher heraus. 3 Inder (eher unteres Präkariat) setzten sich genau neben uns, obwohl fast alle anderen Bänke frei waren. Der eine kam mir so nahe und versuchte, neben bei sitzend mit mir mein Buch zu lesen. Als ich das Buch weiter zu mir drehte, folgte er.  Als ich ihn dann freundlich bat, sich doch bitte woanders hinzusetzen, ich sei sehr müde und möchte einfach nur entspannen ging er auch weg.

Wir unterhielten uns dann noch mit einer Mutter und Ihren 2 Kindern, das war nett uns lustig. Dann tauchte ein Bahnangestellter auf und stellte sich breitbeining vor uns auf, sein Schlagstock bedrohlich nahe und darauf gelehnt. Er schnauzte uns an, was wir denn hier machen. “Auf den Zug fahren, was denn sonst” dachten wir, drückten es aber etwas diplomatischer aus. “TICKETS!!!” war seine Erwiderung. “Wir haben ein e-Ticket, die ID ist auf unserem Handy”. Welchen Zug wollte er wissen. Selten dumme Frage, denn es ging nur noch ein einziger Zug von Bandra Station ab und es stand in 6 Meter großen Lettern hinter ihm an der Wand, aber wir blieben freundlich.

“Ahmedabad” antworteten wir aber trotzdem. Daraufhin explodierte er fast “der fährt gleich los, beeilung beeilung!!!” und er scheuchte uns mit dem Schlagstock vor uns herumwedelnd auf die Gleise. Am Gleis angekommen fragten wir uns, was wir denn jetzt noch in den 25 Minuten machen, bis der Zug abfährt…..

Im Zug selbst gerieten wir an einen Ticketkontrolleur, der Anstoß daran nahm, dass wir nur ein e-Ticket hatten. Er hat zwar eine Liste aller! Fahrgäste vor sich liegen, auf der wir auch beide  draufstehen, wie ich lesen kann, aber er besteht auf dem Ticket. Also muss ich den Laptop hervorkramen und ihm das PDF zeigen. Dazu noch den Perso und Rs 50 Gebühr (das ist immer so bei e-tickets!), bevor er dann wiederwillig uns in Ruhe lies.

2 Stunden später, ich war in dieser Holzklasse endlich eingeschlafen, weckte mich dieser Knabe wieder und zerrte wie blöde an meiner Schulter. Er brabbelte immer nur “Doublebooking, Doublebooking” und ich wusste nicht wirklich was er meinte. Dann zeigte er mir, dass wir wohl aus Versehen doppelt gebucht hatten. Er war super unfreundlich und wollte den Grund wissen. Aber wir erklärt man jemanden der kaum englisch spricht, dass das ein Versehen war und der Onlinedienst wohl einen Fehler gemacht hat. Er aber behandelte mich wie einen Verbrecher und zwang mich, nochmal alle Ausweise, die 50 Ruppies Quittung und das PDF vom Laptop aufzurufen.

Als ob es ein Verbrechen wäre, doppelt so viel zu bezahlen wie nötig. Kleine Leute, die sich wichtig machen wollen. Manchmal gerät man an sie und wir heute 2x innerhalb weniger Stunden.

Aber jetzt sind wir bald in Baroda bei meinem Freund Nils. Das wird wieder zivilisiertert 🙂

Die Fotos von Bombai sind nach langer Zeit mal wieder mit Kommentaren versehen. Wer beim lesen noch nicht eingeschlafen ist, kann sich die gerne wie gewohnt mit PicLense ansehen.

Goa

How we´ve finally met…

Als ich am Flughafen in Goa landete war ich recht überzeugt davon, dass Lukas und ich uns schnell finden würden. Aber im Wartebereich war keine Spur von ihm. Ruhig bleiben.

Ich verlasse den klimatisierten Flughafen, vielleicht wartet er draußen. Innerhalb von Sekunden übermannt mich die drückende Hitze und das erste, was ich sehe, sind 50 starrende Augenpaare, die laut rufend und wild gestikulierend näher kommen. Sie rufen “hello mei frend, tuk tuk?”. Als einzige Frau weit und breit von so vielen Männern bedrängt zu werden, das ist schon beängstigend. Ich sollte mich noch daran gewöhnen.

Super, Lukas ist nicht erreichbar. Bin ziemlich nervös. Aber viellecht ist er einfach noch nicht gelandet. Unwahrscheinlich aber möglich. So gehe ich also in eine der vielen Ankunftshallen, um mich ersteinmal hinzusetzen. Und wer sitzt da, wo ich mich hinsetzen will? Luki! Juche. Glück muss man haben!

Die Wiedersehensfreude ist groß und zusammen verlassen wir wieder den Flughafen. Da sind auch wieder die vielen aufdringlichen Inder, aber nun checkt Lukas die Lage und wir sitzen schon bald in einem Taxi zum Strand von Goa.

Zuerst gehen wir zu einem Stand mit Kokusnüssen.

“How much?”
“Twenty Rupees!”
“Oh, thats to much.”
Wir besprechen uns, da wir beide eine wollen, Lukas will handeln, okay.

“Two for forty?”

Der Inder grinst und gibt uns zwei. Und ich lach mich tot. Ziemlich ausgefuchst unser Lukas. Nunja, er ist wohl genau so erschöpft von der Reise wie ich…

Meine erste Kokusnuss. Der Verkäufer hackt oben ein Loch hinein, gibt uns einen Strohhalm und wir trinken. Cool. Dann wird die Schale zerschlagen und man löffelt das weiche Frucktfleisch raus. Lecker! Nur wohin mit der Schale? Ich schaue mich gewohnheitsgemäß nach einem Mülleimer um. Lukas grinst schon. Lektion Nummer eins: Schmeiß Deinen Müll irgendwo hin, denn es gibt keine Mülleimer. Okay…

Anschließend erkunden wir den Strand. 60 km Palmen-Sandstrand… das ist was für mich. Die Stimmung dort ist einfach super. Nach einigen Stunden bekommen wir Hunger. Wir finden ein kleines Strandlokal, wo wir auf zwei Pariser Touris treffen, mit denen wir uns auf Anhieb super verstehen. So werden aus paar Minuten Essen gehen einige unerhaltsame Stunden, in denen wir einiges an Essen testen. Nunja. Ich teste, denn Lukas ist ja bereits Profi. Und Lektion Nummer zwei: Not spicy ist immer doch spicy. Nur dass man danach nicht Feuer spuckt.

Im Dunkel gehts am Strand zurück zum Hotel. Verfolgt werden wir von zwei Hunden, die sich einfach nicht abschütteln lassen. Unangenehm. Dann kommen fünf weitere laut kläffend auf uns zu. Tollwut? Gruselig. Es stellt sich jedoch heraus, dass sie nur Hundeinterne Rivalitäten austauschen wollen und wir sind sie bald los. Puh, nun aber schnell ins Hotel.

Eine Insel voller Affen, die wild feiern und tanzen. Einer von ihnen ist blau und quatscht mich voll, aber ich versteh kein Wort. Alles ist so verschwommen und dann wache ich auf. Habe so gut wie schon lange nicht mehr geschlafen. Erholt und voller Tatendrang, der gestrige Abend hat Lust auf mehr gemacht. Also Augen auf und los! Willkommen Goa.

Mein erster Blick geht zu Lukas, der ist leider nicht ganz so gut gelaunt wie ich, das ist aber auch schwer… mit genervtem Blick öffnet er mir die Balkontür und ich sehe nur noch Regen.

Okay, schlafen schadet uns nicht, also noch einmal ab zu den Affen!

Zum Frühstück gibts ne Kokusnuss am Straßenrand. Erst trinken, dann Fleisch ausschaben. Braucht man mir nicht mehr zu sagen, bin ich ja nun Vollprofi. Dann endlich ins Meer. Riesenwellen. Super.

Und der schier endlose palmenumsäumte Sandstrand ist einfach traumhaft.

Nun aber ab ins Wasser. Um die Wertsachen nicht alleine zu lassen, gehen wir abwechselnd ins Wasser. Wahnsinn, diese Wellen. Ich komme wohl gerade noch rechtzeitig aus dem Wasser. Als ich mich abtrockne zieht eine enttäuschte Inderschaar auch schon wieder ab. “Sie kommen nur um zu gaffen” sagt Lukas.

Später finden wir Fischer, die ihre Ware in Körben mit einer Art Salz-Sand-Mischung “einlegen”. Und der Geruch… Ich beschließe sofort, hier keinen Fisch zu Essen.

Auf dem Rückweg treffen wir einige Kinder, die mit einem Engländer Fußball spielen. Dieser gibt erschöpft auf und Lukas bietet sich gerne an. Die Kinder finden das großartig. Ich beobachte derweil Muscheln. Denn tatsächlich sind sie quasi in ständiger Bewegung. Immer wenn sie von einer Welle freigespült werden, verbuddeln sie sich ganz schnell wieder im Sand. Ich kannte Muscheln bis dahin nur als unbewegliche Krebsköder oder tot.

Aber fotografieren ist nicht grade leicht, denn die drei Indischen Frauen, die uns schon den halben Tag verfolgen sind wieder hinter uns her. Sie wollen uns so ziemlich alles verkaufen und wir schaffen es einfach nicht sie für immer abzuschütteln. Minutenlang bedrängen sie uns, aber wir bleiben hart und weiter gehts. Wir treffen den Engländer wieder, der gleich zu einer neuen Partie Fußball aufbrechen will. Wir schnacken ein wenig und ich bewundere kurz das Henna Tatoo, das seine Freundin am Bein trägt und sie gesteht “It´s only because I diddn´t know how else I can get rid of these three annoying Indian women”.

Da die Zeit am Strand ziemlich schnell verflogen ist, müssen wir langsam Richtung Bahnhof aufbrechen. Zum Glück finden wir quasi sofort einen Bus, der uns mitnimmt. Super dieses Busfahren. Während der Busfahrer wie ein Irrer bei lauter indischer Musik durch die engen Straßen fährt, versucht ein weiterer Inder wie ein Marktschreier während der Fahrt noch so viele Menschen wie möglich aufzusammeln. Den Rest der Strecke legen wir zu Fuß zurück, unterwegs esse ich meine Erste Minibanane: Lecker.

Am Banhof angekommen beginnt der nervige Teil des Richtigen-Zug-Findens-Und-Dafür-Mit-Zig-Menschen-Redens-Und-Durch-Die-Gegend-Laufens. Für Lukas. Ich passe derweil gekonnt auf unser Gepäck auf. 1a.

Nun haben wir es in den Nachtzug geschafft und sogar zwei Klappliegen direkt nebeneinander erwischt. Lukas hängt zwar etwa 20 Zentimeter raus, aber er hat es dennoch irgendwie geschafft einzuschlafen. Derweil schreibe ich also diesen Eintrag und versuche den Inder in der Liege schräg unter mir zu ignorieren, der mich nun schon etwa 40 Minuten anstarrt. Ob er auch blinzelt?

Der Zug rüttelt uns ordentlich durch. Es ist laut und stinkt. Das Licht geht an und aus. Der Inder starrt mich weiter an. Und wenn man es kurz schafft die Augen zu schließen und kurz vorm Eingeschlafen ist, dann kommt ein wildgewordener Teeverkäufer, der den Zug immer auf und ab rennt und “Chai, Chai, Chai, Chai, Chai, Chai, Chai!” brüllt. Nerv. Dann geht wieder das Licht an und der Inder starrt. Es stinkt. Und das nun 12 Stunden lang? Ich denke an Werner. “LICHT AUS, ODER ICH BEISS DIE LAMPE AB!”

Und wieder gehts weiter

Heute morgen bin ich aufgewacht und war putzmunter. Ein kleiner Hunger war vorhanden, also habe ich kurzerhand meinen Laptop und ein Buch geschnappt und bin zum Strand runter zu dem Restaurant, das auch drahtloses Internet hat. Wollte heute morgen mal ein wenig Blog schreiben. Im Caffee angekommen gabs kein Frühstück – erst ab 8.00am – es war 6.30am. Was hat sich mein Körper nur dabei gedacht, jetzt schon auf “fit” zu machen? Aber die Zeit des Wartens vertrieb ich mir mit Tee, lesen und schreiben, bevor es dann ein größes Buffett gab, wo ich mich hauptsächlich am Joghurt und Obststand bediente.

Da ich um 12.00am auschecken musste, gings gegen 10.00am zurück zu meinem Room, um zu packen und dann nochmal ausgedehnt in dieser schönen Bucht schwimmen zu gehen. Schließlich musste ich dann aber doch aufbrechen und meine Reise nach GOA, wo ich meine Schwester trefffen werde, antreten. Start 11.00am, treffen werde ich sie 3.30pm des Folgetages, also fast 30 Stunden Reise – ätzend!

In Hikkaduwa machte ich nochmal einen kurzen Zwischenstop, um die Turtlefarm vor Ort zu besuchen, eine Empfehlung meiner Gruppe der letzten Tage. Sie waren ganz begeistert von dem Betreiber, seinem Englisch und seinen Geschichten. Ich traf allerdings nur auf einen kleinen Jungen, denke mal 14 Jahre alt, der mir einfach nur die verschiedenen Schildkröten aus den Bassains griff und mir hinhielt, als wäre es ein Brot oder etwas anderes lebloses. Englisch konnte er leider auch keins und so blieben viele Fragen unbeantwortet. Die Farm hatte eine kleine Brutstelle, wo im Sand vergraben auf 3×3 Metern Eier ausgebrütet wurden. Daneben waren 4 weitere dieser Körper, allerdings mit Wasser gefüllt und darin schwammen je 1 ältere, verletzte Schildkröte. Im letzten 2 Handtellergroße und 25 Tage alte Schildkröten, die mit 30 Tagen dann ausgesetzt werden. Unterm Strich doch etwas enttäuschend, weil meine vielen Fragen einfach nicht beantwortet wurden.

Vier Stunden später war ich wieder in Colombo und verbrachte einige Stunden mit einer Schottin, in die ich beim aus dem Bus steigen gestolpert bin. Sie kam gerade aus Goa und Delhi und hatte eine Menge zu berichten und fand die dritte Klasse der indischen Züge super, sie reise immer so. Also jetzt bin ich mal gespannt auf unseren Transfer nach Colombo 🙂

Colombo selbst ist nicht wirklich sehenswert, es ist einfach nur eine große und wuselige Stadt. Die Waterfront ist total verfallen und ranzig, an ihr stehen viele vom Krieg zerstörte und nicht wieder aufgebaute Gebäude, außerdem verlaufen die wenig befahreren Bahngleise zweispurig direkt am Wasser. In jeder Stadt Europas wären das hier die teuersten Grundstücke der Region und jeder würde sich darum reißen, hier bauen zu dürfen, aber hier in Lanka ist anscheinend vieles anders.

Die Stadt in voller Polizisten und Militärs, allgegenwärtig sind hier Handfeuerwaffen in den Händen von Staatsdienern – Ich fühle mich recht sicher und darf sie sogar fotographieren. Heute ist ein schwer bewachter Konvoi an uns vorbeigefahren, die Cricket Nationalmannschaft von Sri Lanka, Helden im ganzen Land und allesamt Millionäre.

Bevor ich dann weiter Richtung Flughafen wanderte, habe ich mir nochmal mein Lieblingsgericht hier gegönnt, Chicken-Roti. Einfach lecker, könnte ich jeden Tag essen. Auf dem Weg zurück zum Busbahnhof kam ich noch am “Bavaria – German Restaurant” vorbei und bin mal rein, um es mir anzusehen. Es sah recht deutsch aus den Lautsprechern dröhnte deutscher Schlager. Allerdings waren die Speisen und Getränke so deutsch wie die Gäste, die hier aßen (Japaner). Es gab Garnelen frittiert, Mango-Ananas Salat und Hawai-Toast, dazu Lion Beer, Tiger Beer, Carlsberg und Heineken.

Die letzten 2 Kilometer bin zum Busbahnhof bin ich am Strand gewandert und durch tausende Menschen, die dort ihren Feierabend verbringen, erinnerte mich sehr stark an die Atmospähre bei uns im Stadtpark. Mit mehr Zeit hätte ich sicher einige davon hier verbracht, sehr angenehme Stimmung. Kurz dahinter began ein “Hochsicherheitsgebiet”, Kontrollen und nochmals erhöhte Militärpräsenz. Was wird hier bewacht? Banken? Politiker? Museen? Das Parlarment? Nein, Nobelrestaurants wie das Hilton und InterConti … strange!

Nach einer Abendteuerlichen Fahrt komme ich wieder am Flughafen an, wo ich beim umpacken Tabletten in meiner Hose finde, die ich jetzt 5 Wochen trage und mehrfach gewaschen habe. Wo kommen die “Piriteze Allergy tablets her? Glaxo Smith Kline hat sie bestimmt nicht zugesteckt!

Fort Galle und Unawatuna

Beim Frühstück saß Maaike aus Holland neben mir und nach wenigen Minuten war klar, dass wir beide heute das gleiche planten, einen kurzen Trip ins 4 Kilometer entfernte Galle. Dort kann man ein Fort aus der Kolonialzeit bewundern, was wir auch taten. Die “Sights” waren toll, die Kulisse einfach großartig, aber sonst passierte nichts, wovon ich berichten kann.

Zurück in Unawatuna sind sind wir dann ins Wasser gegangen und schwammen. Zuerst war es sehr schwer, vom Strand wegzukommen, weil die Wellen uns immer wieder ans Ufer drückten. Dann schnackten wir und schauten aufs Meer und schwammen einige Minuten gedankenverloren und drehten uns um – wir waren bestimmt 150 Meter weit rausgetrieben, ohne es zu merken. War nicht wirklich gefährlich, einfach nur erstaunlich 🙂

Am Abend wollten wir uns noch die Klippen auf der anderen Seite der Bucht ansehen und saßen dort staunend volle 2 Stunden und beobachteten, die die ~8 Meter hohen Wellen auf die Klippen krachten und dort Wasserfontänen bis zu 25 Meter verursachten. (die Menschen auf den letzten Fotos sind ein guter Maßstab!)

Nach 2 Stunden kamen Jugendliche vom Ort an und wollten, dass wir ihnen folgen. “Sie gehen da jetzt schwimmen”, damit wollte sie uns locken. Ich war misstrauisch und hatte Angst um meine Nikon und auch nur noch eine einzige Hose am Start. Aber Maaike lies sich irgendwann überreden und folgte der Gang nach unten. Sie hatte auch Handy, Ipod und Kamera dabei, schien sich darum aber nicht zu kümmern.

Ich holte aus meiner Hose eine Plastiktüte, die ich zum Kameraschutz gegen Regen immer bei mir trage (alter Pfadfinder!), und verpackte meine Kamera. Die Gruppe hatte auf einem kleinen Plateau gestoppt und machte keine Anstalten, weiterzuziehen.

Und….. Es dauerte keine 2 Minuten, bis eine gewaltige Welle kam und an den Klippen zerschellte und eine nicht minder große Wasserwoge auf uns herabregnen lies. Wir beide sahen es kommen und dachte wohl auch beide “Wir Touristen…… haben uns ganz schön reinlegen lassen”. Ich beugte mich über meine Kamera und versuchte sie so gut wie möglich zu schützen, was mir auch gelang. Sie hat es überlebt. Aber Maaikes Kamera ist genau wie Ihr Handy kaputt.

Die Jugendgruppe hat uns minutenlang ausgelacht, einige lachten richtig boshaft und gönnten uns unser Unglück. Langsam und bedröppelt gingen wir dne schmalen Pfad zurück zu hohen Plattform, wo wir zuerst gewartet hatten. Eigentlich war es zum lachen, nur verarscht werden mag halt keiner gerne 🙂

Den sehr unangenehmen Teil dieser Erfahrung muss ich auch noch kurz schildern. Auf dem schmalen Pfad nach oben wartete einer der Jungs vom Dorf und wollte mit Maaike ein Foto haben, welches ich machen sollte. Ich drehte mich um, holte die Kamera und machte ein paar Fotos. Was ich nicht mitbekommen habe war, dass er sie mit der Hand mehrfach und ziemlich unsittlich berührte, wie ich später von Maaike erfuhr. Das habe sie schon mehrfach erlebt und auch von anderen gehört, dass einige Inder das machen.

Schön ist das nicht!

Aber das Erlebnis war toll. Wie diese Riesenwelle auf uns niedergeht.. Wahnsinn!

Unawatuna

Sri Lanka ist in punkto Internetanbindung noch in der Findungsphase. Bin hier ziemlich abgeschnitten

und zu allem ueberfluss ist mein server daheim irgendwie abgeschmiert. Einige Beitraege sind verschwunden….

Arg!

Morgen gehts nach Colombo, dann nach Indien und schliesslich wieder nach Hamburg. Jetzt wird erstmal Sri lanka noch genossen!