Am Samstag arbeiten ist für mich eher ungewohnt. Aber es dient einem guten Zweck, ich möchte 2 Überstunden/Tage ansammeln und dann ein langes Wochenende einen kleinen Trip ins Umland unternehmen. Ob es die Mühe wert ist, werde ich dann wissen. Ich arbeite zwar eigentlich ganz gerne Samstag, wenn die Büros nicht so proppevoll sind. Aber Samstags werden die Klimaanlagen abgestellt und so hatten wir draußen wie drinnen 33°C. Das war schon arg anstrengend. Nächstes Mal überlege ich 2x, ob ich Samstags arbeiten möchte 🙂

Am Abend war ich noch zum Geburtstags eines anderen Praktikanten eingeladen. Evgeny aus Russland wollte feiern und hatte ordentlich Bier und andere, für Russen typischere Sachen, eingekauft. Ich habe mich ans Bier gehalten und die schöne Wohnung genossen. Ein großes Appartment im 16ten Stock mit einem riesen Balkon und Blick auf die Lichter von Kochi. Der Kern des Gebäudes ist hohl mit einer Teich-Steinlandschaft in der Mitte. Der Fahrstuhl ist aus Glas und sorgt für ein bisher nicht gekanntes Erlebnis.

Die Feier war fand in der WG von 2 Deutschen und einem Schweden statt. Die eine war gerade zum dritten mal nach Kochi und hatte noch reichlich deutsche Produkte im Kühlschrank, unter amderen 20 Überraschungseier. Ich habe mich erstmal auf die Weintrauben und die super leckere Schokotorte gestürzt. Das beste waren aber die selbst gemachten Sandwiches. 2 Scheiben ungesüßtes Weißbrot, Blattsalat, Tomaten und Käse. So simpel und doch soooo lecker.

Für Speis war also gesorgt. Und da ein Russe feierte, auch für Trank – Ehrensache. Ich musste als neuer Kochi Bewohner natürlich einen Willkommensdrink nehmen. Eine Mischung aus Tabasco, Wodka, Gin und Bier. Das ganze wird im Glas vorgemixt und dann in den Mund gegeben. Dann wird der Mund zugedrückt und der ganze Kopf von einem anderen geschüttelt. Trinken darf man erst auf Kommando, etwa 30 Sekunden später. Soll irgendwie schlimm sein… ich fands lecker 🙂

Um 3 Uhr war ich dann bettreif und ich bin mit Akhil auf dem Motorrad nach Hause gefahren. Sehr angenehm, da er nicht trinkt. Weniger angenehm, weil ich ohne Helm fahren muss. Das macht hier keiner. Aber das ist ja kein Grund, es ebenso zu tun.

Zu Hause angekommen war das Tor verschlossen. Der Wachmann schlief seelenruhig in seinem Stuhl hinter dem Tor. Bin ich rüber gehopt und an ihm vorbei geschlichten. Ein toller Wachmann! Da fühlt man sich gleich besser