Geschlafen habe ich super und sehr lange. 12 Stunden habe ich seit ewigen Zeit nicht mehr geschlafen. Und auch heute bin ich nur wegen der unerträglichen Hitze aufgewacht. Nachts hatte ich 1 Kissen, 0 Laken und 0 Decken. Recht spartanisch, aber es reicht. Werde mir die Tage mal ein Laken kaufen. Eine Decke benötige ich hier wohl eher nicht.

Nach dem Aufstehen habe ich 2 Stunden auf dem Balkon gesessen und gelesen. Um 13 Uhr hatte ich mich dann mit Kasia zum Früstück verabredet. Es war unser beider Früstück. Ich hatte noch nicht gegessen und sie war noch mit ihrem Hangover beschäftigt. Es gab Reis mit diversen Soßen, einige mit Massala, Mango oder Kokos. Alles habe ich nicht rausschmecken können. Das besondere war, dass alles auf einem Bananenblatt serviert wurde. Man bekommt ein Bananenblatt auf den Tisch und ein Tuch zum saubermachen. Dann wird in der Mitte Reis platziert und drumherum die verschiedenen Soßen und anderen Beilagen wie Chili-Paprika und Bananenchips. Auf einem Teller mit einigen Fächern waren noch Süppchen, Sweets und Joghurt und etwas wie Tapas zum dippen der Suppen. Gegessen wurde mit der Hand. Rein in die Soße, mit Reis mischen und ab in den Mund. Ungewohnt, aber es funktioniert. Neben uns saß ein indisches Pärchen und hatte seine Freude an uns. Bereitwillig und sehr freundlich gab es Anweisungen, wie wir und wann wir welche Soße probieren sollte.

Vor der Reise hatte ich diverse Tips und Hinweise bekommen wir “Trinke Wasser nur aus verschlossen gekauften Flaschen”, Nimm nie Getränke mit Eis, Lasse den ersten Tropfen von Heigetränken über den Glasrand laufen und somit reinigen, Iss in der ersten Woche nur in guten Lokals und Reis, Kaufe nichts an Straßenständen und viele mehr. Ich glaube ich habe bisher keinen einzigen dieser Ratschläge beherzigt. Mal schauen, was die Zukunft bringt.

Nach dem Mittag wollten wir einen Trip an den Strand organisieren und telefonierten mit den indischen Leuten, die Kasia hier kennen gelernt hatte. Aber das ganze war die absolute organisatorische Katastrophe. 5 Stunden später waren wir immer noch keinen Schritt weiter, der Sonnentag aber fast vorbei. Wenn Inder mit Phrasen wie “Ich melde mich”, “bald”, “nach dem Meeting”, “Ich bin zuversichtlich, dass …” kommen, sollten alle Alarmglocken läuten. Den nächsten Strandbesuch werden wir mit dem Bus unternehmen. Dann brauchen wir zwar 2 Stunden länger, aber wir kommen auch wie geplant an.

Der Strand war herrlich. Die Lufttemperatur betrug nur noch etwa 30°C, das Wasser war wohl 26°C warm. Ein langer, palmengesäumter Sandstrand mit nur wenigen Menschen. Ich bin natürlich sofort rein, auch wenn ich ein wenig Bammel vor den sehr hohen Wellen hatte. Die Wellen sind teilweise 5 Meter hoch und brechen kurz vor dir ober über dir zusammen. Grandios. Zum Wellenreiten taugen sie eher nicht, da sie auf dem Meer keinen richtigen Kamm haben und am Ufer nach etwa 10 Metern zusammenbrechen. Aber da kann man es aushalten. Vielleicht fahren wir nächsten Sonntag wieder hin.