4 Stunden Aufenthalt hatte ich in Dubai. Zeit genug, 3x durch die riesige Duty Free Zone zu gehen und mir anzuschauen, was ich mir alles nicht kaufen kann. Sehr viele westliche Frauen liefen dort wie am Strand rum trotz der ausdrücklichen Handlungsempfehlung sämtlicher Reiseführer, das doch bitte in arabischen Ländern zu unterlassen. Kein Wunder, wenn sich einige Araber von unserem Verhalten angegriffen fühlen. Vom Klima in Abu Dhabi bekam ich nichts mit, der ganze Airport war klimatisiert. So mussten die 38°C die draußen herrschten leider ohne mich auskommen. Aber die Temperatur stieg. Während der Emirates Flug von Hamburg nach Dubai noch sehr kühl war und ich Pullover und Jacke zum zudecken benutzte, war der Flug von Dubai nach Kochi schon deutlich wärmer. Ich hatte nur noch T-Shirt und Jeans an, aber auch das war noch zu warm. Mir völlig unverständlich, dass zum schlafen für die anderen Reisenden Decken verteilt wurden.

Mit dem Anschlussflug hatte ich dann endgültig die westliche Kultur verlassen. Während die Crew im ersten Flug noch sehr um das Wohlergehen der Reisenden bemüht war und jeden Wunsch sofort und mit größtmöglicher Freundlichkeit und Förmlichkeit erfüllt wurde, bekam man im Anschlussflug trotz mehrfacher Bitte nicht das gewünschte Wasser. Merkwürdig war auch die Tatsache, dass man im Flugzeug um 04:00 Uhr nachst Frühstück serviert bekam. Alle aßen auf, obwohl glaube ich niemand wirklich Hunger hatte. Ich versuchte zu schlafen, aber es gelang mir nicht.

In Kochi landeten wir pünklich, mussten aber dann 20 Minuten warten bis die Bodencrew uns die Brücke ranschob. Im Terminal selbst musste ich als Foreigner erstmal 3 Dokumente ausfüllen und meine Sachen erneut scannen, dann den Zoll noch ertragen und draußen Akhil suchen, der mich abholen wollte. Wahrscheinlich muss ich dankbar sein, dass ich im Flughafen selbst so lange aufgehalten wurde, denn sonst hätte ich gemerkt, dass Akhil 30 Minuten zu spät am Flughafen war. Naja, daran werde ich mich gewöhnen müssen 🙂

Wir fuhren dann mit einem Taxi nach Ernakulum. Dass ich nicht in Kochi wohne und Arbeite wie anfangs besprochen wurde mir jetzt mitgeteilt. Kochi ist ein Stadtteil von Ernakulum, weiß ich jetzt. Ich wurde erstmal zu einem Russen und einer Polin in die WG gestopft und sollte dort erstmal ein paar Stunden schlafen. Versuch mal einer zu schlafen, der gerade den größten Kulturschocks seines Lebens erlebt und zusätzlich einen Temperaturanstieg von 6°C in Hamburg auf 35°C in Kochi verkraften muss. Bin dann erstmal mit Kasia einkaufen gegangen und ein wenig mehr über Kochi erfahren. Karten und Pläne gibt es nicht, das sei “unindisch”.

Gegen 12:00 Uhr bin ich dann doch eingeschlafen und wurde von den beiden geweckt. Srinivas (einer von AIESEC) holte mich ab. Die kleine Stadtführung mit anschließendem frischen Wassermelonensaft war super. Wir besuchten noch das AIESEC Büro und fanden für mich einen VISA Automaten. Jetzt habe ich ein paar Rupien und kann mir leckere Tomaten leisten.

Am späten Abend wurde ich dann endlich in meine zukünftige Wohnung gebracht. Mein Zimmer ist klimatisiert und liegt im 12ten Stock. Hier kann man es aushalten. Mal schauen, wie die Welt morgen aussieht, wenn die Sonne wieder an ist und ich nicht total übermüdet bin