Amritsar, unser nächster Stop. 30 Kilometer von der Grenze zu Pakistan entfernt verbringen wir hier zwei ganze halbe Tage, davon die meiste Zeit im Goldenen Tempel, der Zentrum der Stadt. Dieser Tempel, vergoldet mit 750 Kilogramm Gold, ist das größte Heiligtum der Sikh, die hier fast 50% der Bevölkerung stellen und in ganz Indien etwa 30 Millionen Anhänger zählen. Der Lonely Planet und viele Berichte sind der Meinung, dass dieser Tempel eines der absoluten Highlights Indiens ist und das man das absolut gesehen haben muss. Wir wollten das erst nicht so recht glaube, schließlich gibt es hier hunderte Tempel und dieser unterscheidet sich von den anderen hauptsächlich dadurch, dass er vergoldet ist. Aber denkste!

Wir waren von der Athmosphäre in diesem Tempelkomplex so begeistert, dass wir noch einmal wieder kommen wollten. Am ersten Tag haben wir uns bei Traumwetter den Tempel angeschaut. Aber da es Sonntag war und nebenbei der Tag der Unabhängigkeit in Indien (Nationalfeiertag!), war us so unglaublich voll, dass wir uns nicht bis ins allerheiligste, den Tempel selbst, vorschlagen konnten. So gingen wir in der prallen Sonne und blauem Himmel um den Tempel und bestaunten diesen Ort. Im belebten und oftmals auch chaotischen Indien war dieser Ort trotz der sich heute drängenden Menschenmassen irgendwie ein Ort der Ruhe, der Stille.

Den Abend verbrachten wir im Restaurant unseres Couchsurfer Gastgebers, Mr Singh. Dieser besitzt etwas außerdehalb von Amritsar ein Landhaus mit Wirtschaft, wo er Zimmer an Gäste vermietet. Die Zimmer, die gerade frei sind, bietet er kostenlos Couchsurfern wie uns an. Doppelbett, Deckenventilator, Klopapier, Kühlschrank, Deckenventilator, Klimaanlage, Dusche, all das for free für Couchsurfers. Ein Traum. Einzig das essen im angeschlossenen Restaurant müssen wir bezahlen oder halt selbst mitgebrachtes Essen. Der Preis war angemessen und die Gerichte super lecker, keine Frage also, wofür wir uns entschieden. Anschließend ging es noch in einen der 2 großen Pools schwimmen. Fille hat sich allerdings nicht wirklich ins Wasser begeben sollen, da die anderen Gäste des Restaurants, allesamt Bierbauchige, betrunkende Punjabi, sofort zum gaffen gekommen wären.

Nach einer sehr erholsamen Nacht fuhren wir morgens noch einmal nach Amritsar, um den goldenen Tempel ein weiteres Mal zu besuchen. Dieses Mal stellten wir uns an, um den Tempel auch von Innen zu sehen. Dort sind Fotos strikt! Verboten, woran wir uns natürlich gehalten haben. Allerdings die meisten Inder nicht … Wir sind Gast hier, also benehmen wir uns auch entsprechend. Die Sikh haben hier ein Ritual, welches sie ausführen müssen. Dafür kaufen sie am Eingang des Tempels einen Teller aus getrockneten und in Form gepressten Blättern, worin sie extrem fettiges, süßes Porrigde zum Tempel tragen, dort segnen und beten, um es dann anschließend außerhalb des goldenen Tempels zu essen. Dazu gehört ein großer Schluck aus dem See, in dem der Tempel liegt. Wir verzichteten auf den guten Tropfen und versuchten nur das Porrigde, was sehr lecker war.

Anschließend setzten wir uns hin und schauten uns bestimmt 2 Stunden lang einfach die Menschen und ihre Feiertagstrachten an. In der Gallerie sind einige der Fotos, die wir gemacht haben.

Unsere Meinung zum Lonely Planet und dem Tempel Eintrag: Definitiv ein großes MUSS!