Der Ostwind bringt die kalte Luft zu uns, die Temperatur ist in den letzten Tagen rapide gefallen. Heute morgen habe ich mich um 6:30 auf den Weg Richtung Arbeit gemacht. Erste Spuren im Schnee, ein leichter, federnder Gang zum Bus mit kalten Schneeflocken im Gesicht. Alles dunkel, alles schläft, nur sehr wenige Gestalten bahnen sich ihren Weg durch das Schneetreiben. Ich liebe dieses Wetter, diese Stimmung. Erinnert mich immer an meine Zeit als Krankentransporteur im Krankenhaus 2004. Aufstehen um 4:45 und raus. Dann diagonal über die große Kreuzung laufen und die ersten Spuren im frischen Schnee hinterlassen, wie ein Hase auf dem Feld. Und es ist still, der Schnee schluckt alle Geräusche – angenehm.

Heute wars fast genauso. Bis auf den beißenden eiskalten Wind und die Tatsache, dass die Hoheluftchaussee eben doch zu jeder Zeit etwas Verkehr hat und nie wirklich ganz schläft. Aber schön wars trotzdem. Der Bus fährt durch, schafft die Strecke in halber Zeit, die meisten haben sich bei diesem Wetter wohl dafür entschieden, sich nochmal im Bettchen herumzudrehen und nicht die Straßen mit ihren Autos zu verstopfen. In Altona steht mein Anschlussbus sofort bereit und düst auch gleich ab – perfekt.

Die Elbchausee ist fast gemeistert, es sind nur noch 300 Meter bis zum Anleger Teufelsbrück, da bremst der Bus langsam ab. Er bremst, wird langsamer, langsamer, bleibt stehen. Minutenlang nichts. Dann rollt er gaaaanz langsam wieder an, bremst, steht. Dann – bewegt sich der Bus, obwohl der Motor aus ist. Wir rutschen!!! Der gesamte Doppelgelenkbus rutscht. Kurz vor dem Anleger gibt es eine Stelle mit einer leichten Steigung, die Straße ist dort recht eng und der Verlauf s-förmig. Der Bus droht sich quer zu stellen, durch seine semi-steife Form durch die 2 Gelenke bedingt kommt es einem so vor, als wolle das Hinterteil das Vorderteil überholen. Gaaanz langsam schieben wir uns runter, der Busfahrer vollbringt eine Heldentat. Wir schrubben rechts am Kantstein wie in einer Führungsschiene entlang und nähern uns der Talsohle. Die Autos, die erst gehupt haben und überholen wollen halten jetzt ehrfürchtig abstand, ahnend, dass ihr kleines Auto besser nicht in ein Kräftemessen mit diesem 25 Meter Bus treten sollte.

Der Bus, der uns entgegenkommt (so scheint es zuerst) warte geduldig, bis wir ihn passiert haben. Aber dann kommt er selber die Steigung nicht hoch. Die Busse (ich glaube 7 an der Zahl (im Pendelverkehr)) stauen sich unten am Anleger und sorgen dafür, dass hunderte Mitarbeiter in Altona festsitzen. Super gemacht, lieber HVV. Beim ersten Anzeichen von Schnee fallen diese super großen und sehr praktischen Doppel Gelenkbusse aus und werden zur tonnenschweren Straßensperre. Ein bisschen Streusalz oder der Einsatz der kleinen Busse hätte das Problem lösen können, aber so hatten wir halt spanische Verhältnisse.

Ich freute mich aber darüber, im warmen trockenen zu sitzen und die Anrufe der Kollegen zu erhalten, die leider nicht mein Glück hatten.