Warning: Declaration of mystique_CategoryWalker::start_lvl(&$output) should be compatible with Walker::start_lvl(&$output, $depth = 0, $args = Array) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 70

Warning: Declaration of mystique_CategoryWalker::end_lvl(&$output) should be compatible with Walker::end_lvl(&$output, $depth = 0, $args = Array) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 70

Warning: Declaration of mystique_CategoryWalker::start_el(&$output, $category, $depth, $args) should be compatible with Walker::start_el(&$output, $object, $depth = 0, $args = Array, $current_object_id = 0) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 70

Warning: Declaration of mystique_CategoryWalker::end_el(&$output, $page) should be compatible with Walker::end_el(&$output, $object, $depth = 0, $args = Array) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 70

Warning: Declaration of mystique_PageWalker::start_lvl(&$output) should be compatible with Walker::start_lvl(&$output, $depth = 0, $args = Array) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 126

Warning: Declaration of mystique_PageWalker::end_lvl(&$output) should be compatible with Walker::end_lvl(&$output, $depth = 0, $args = Array) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 126

Warning: Declaration of mystique_PageWalker::start_el(&$output, $page, $depth, $args, $current_page) should be compatible with Walker::start_el(&$output, $object, $depth = 0, $args = Array, $current_object_id = 0) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 126

Warning: Declaration of mystique_PageWalker::end_el(&$output, $page) should be compatible with Walker::end_el(&$output, $object, $depth = 0, $args = Array) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 126

Warning: Declaration of mystique_MenuWalker::start_lvl(&$output, $depth) should be compatible with Walker::start_lvl(&$output, $depth = 0, $args = Array) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 169

Warning: Declaration of mystique_MenuWalker::end_lvl(&$output, $depth) should be compatible with Walker::end_lvl(&$output, $depth = 0, $args = Array) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 169

Warning: Declaration of mystique_MenuWalker::start_el(&$output, $item, $depth, $args) should be compatible with Walker::start_el(&$output, $object, $depth = 0, $args = Array, $current_object_id = 0) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 169

Warning: Declaration of mystique_MenuWalker::end_el(&$output, $item, $depth) should be compatible with Walker::end_el(&$output, $object, $depth = 0, $args = Array) in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-content/themes/mystique.2.4.2/mystique/lib/core.php on line 169
Archive for August 2010

Archive for August, 2010

Agra

Wir sind in Agra, sitzen auf einer Dachterrasse, trinken Lassi, Unmengen Tee und futtern Paratha mit Ei, Curry und andere leckere Sachen. Da wir morgen früh weiter nach Fathepur, der Geisterstadt, wollen, haben wir uns ein großes Lunchpaket gleich mitbestellt und zusammenpacken lassen. Der Preis, den wir gleich werden zahlen müssen, liegt bei 260 Ruppies, also etwa 4 Euro. So viel und so gut gegessen wie eben haben wir noch nie hier in Indien. Und das ganze mit einem wahnsinnigen Blick auf das Taj Mahal, nach den Pyramiden das wohl bekannteste Grab der Welt. Aber der Reihe nach.

Wir sind ganz früh morgens aus Kajuraho aufgebrochen, da nur ein Bus am Tag von dort nach Agra fährt. 220 Kilometer sind es, laut Fahrplan benötigen wir dafür 6 Stunden, das wären dann etwa 40 km/h. Wir kennen das Spiel schon und rechnen mit 9 Stunden. Dass es am Ende 12 werden, hätten wir nicht gedacht. Jedes Fahrrad hätte die Strecke schneller zurückgelegt. Fille und ich waren am Ende am Ende und wollten nur noch in unser Hotel, die beiden Mexikaner allerdings waren noch etwas mehr mitgenommen. Deren Gesichtsfarbe war etwas besorgniserregend und der Ausdruck in ihren Gesichtern hätte mich, wäre ich Inder, wahrscheinlich dazu bewogen, das weite zu suchen. Hauptgrund war nicht etwa die lange Fahrt, sondern die Tatsache, dass wir jeder 400 Ruppies für einen Super Deluxe Premium Bus bezahlt hatten, der zwischen Kajuraho und Agra 3x stoppt und sonst zügig durchfährt. Und der nur so viele Passagiere mitfahren lässt wie es Sitzplätze gibt.

Der Bus war o.k., auch wenn ich ihn eher als schrottreifen Seelenverkäufer bezeichnen würde als als Super Deluxe Premium Bus. Der Fahrer hielt an jeder Tankstelle, jeder Kreuzung, jedem Markt und wartete dort so lange, bis der Bus rappelvoll war, bis man nichts mehr reinquetschen konnte. Nach 500 Metern wollten die ersten wieder aussteigen und zwängten sich raus. Die vom Regen nassen und vor Dreck starrenden quetschten sich halb auf die Sitze und saßen auf uns quasi drauf. Einige von ihnen stanken so unsäglich, dass es nicht mehr feierlich war.

Großartig und höchst befremdlich war die Gruppe von 6 Menschen, die auf Halber Strecke einstieg und eta 2 Stunden mitfuhr. 5 davon waren schwer bewaffnet, trugen Uniformen. Der 6te trug Handschellen und war mit eine langen Kette an 3 seiner Bewacher gebunden. Die nutzen hier anscheinend öffentlich Busse für den Transport von Häftlingen ….. Sachen gibts!

Als wir dann endlich am Abend in Agra ankamen sind wir gleich mit einer Ryckshaw ins Hotel und haben uns geduscht und dann ab auf die Dachterrasse zum Teetrinken und chillen. Am nächsten morgen wurden wir von einem bekannten, wenn auch unangenehmen Geruch geweckt. Die Abdeckung zur Kanalisation war geöffnet und 2 Menschen fühlten mit den Händen in der braunen Masse. Leider war die Öffnung genau an der schmalsten Stelle im Gang zur Rezeption, wo jeder durchmuss. Und natürlich haben wir die Sonnencreme oben vergessen, so dass ich 3x durch diesen Gestank musste.

Aber Taj Mahal war alles wert, jede Busfahrt, jede weitere Unanehmlichkeit. Es war zwar deutlich kleiner und weniger imposant, als ich es erwartet hätte, wir hatten dort aber 2 tolle Stunden. Über die staatlich legitimierte Abzocke der Touristen kann man streiten, Inder zahlen 20 Ruppies, Touristen 750. Immerhin bekommen die Touristen einen halben Liter Wasser gratis dazu. Aber für einen halben Lieter 730 Ruppies mehr Eintritt zahlen?!? Im Taj selbst wurden wir ungefähr 50x (kein Scherz!) gefragt, ob wir ein Foto von uns machen lassen (immerhin fragen sie uns!), die ersten 10 haben Glück, der Rest wird abgewiesen. Einem antworteten wir auf die Frage “Das kostet aber 50 Ruppies pro Foto”. Er sagte ja und machte mit seinen Kollegen das Foto. Dass dieser Inder (Student, wie er sagt) dann sein Portmonee zückte und einen Schein rausholte, amüsierte uns mächtig. Natürlich haben wir kein Geld verlangt, aber theoretisch könnten wir hier uns so durchschlagen 🙂

Das Fort von Agra war auch super, eine gigantische Anlage. Aber das schönste war es, am Ende des Tages etwas abseit der Touristenströme durch die Altstadt zu laufen und zu sehen, wie die Inder wirklich leben. Hier sind wurden wir nicht belästigt, in 2 Stunden wurden wir nur ein einziges Mal angesrochen. Und dass auch nur, weil wir etwas irritiert vor den Chicken-Innereien standen und die vielen Fliegen darauf bewunderten. So schön kann Indien sein! Wenn doch nur alle Städte/Straßen so angenehm für westliche Touristen wären wie diese hier. Besonders die vielen Frauen vielen hier auf. Normalerweise sieht man im öffentlich Leben, in Bussen, in Moscheen, Restaurants und anderen Einrichtungen keine oder nur sehr wenige Frauen. Aber hier in der Marktstraße sind sie eindeutig in der Überzahl und farbenfroh wie man es sich nur wünschen kann. Hier wären wir gerne länger geblieben, aber wir müssen weiter.

Eine kleine Anekdote noch am Schluss zum Thema Handeln. Der Verkaufspreis einer Flasche Wasser (1Liter) ist hier auf der Straße etwa 15 Ruppies, oft auch 20. Die meisten Inder bezahlen aber nur 10 und auch mir ist es schon oft gelungen, Flaschen für 10 oder 12 Ruppies zu ergattern. Aber das schaffen Touristen eigentlich nicht. Der Trick ist, Flasche nehmen, die 10 Ruppies reichen und gehen. Dabei sehr bestimmt auftreten.

Soweit nichts besonderes. Aber heute sind wir an einen geraten, der uns die Flasche erst für 15 verkaufen wollte, ich wollte 10 geben. Am Ende ließ er sich auf 12 ein. Wir wollten 2 Flaschen haben, da es so heiß war und waren bereit, ihm für 2 Flaschen 25 zu geben, also 12+12+1. Aber er lies das nicht mit sich machen…. “no no no 2x Rabatt ist zuviel ich hab euch schon gegeben” ….

Verstehe einer diese Logik. Aber da die meisten Verkäufer hier Sachen wie 300 – 40 oder 220 + 20 mit dem Taschenrechner ausrechnen, wundert mich eigentlich gar nichts mehr

Khajuraho

Abgezockt zu werden, immerzu. Das Gefühl begleitet uns, seit wir wieder in Indien sind. Es beginnt am Flughafen von Khajaraho, wo wir wieder mit dem Pärchen aus Mexiko aus dem Flieger steigen und eine Ryckshaw zur Stadt suchen. Natürlich sind wir sofort von einem Schwarm emsiger Taxifahrer umringt, die alle unser bestes wollen, unser Geld. Wir hatten uns vor verlassen des Schutzes der Arrivals Halle informiert, was der Transfer zur Stadt kostet. Aber statt der 60 Ruppies wird uns eine Liste präsentiert, die 150 als Preis angibt. Natürlich alles ganz offiziel mit Stempel der Regierung. Selbst ausgedruckt versteht sich.

Wir versuchen trotzdem an den fairen Preis zu kommen und starten eine Offensive. Fille schleicht sich von dannen und geht auf die Soldaten zu, um die nach dem “offiziellen Preis” zu befragen. Daraus wird nur leider nichts, weil sich sofort 3 der aufmerksamen, “hilfsbereiten” und emsigen Halsabschneider an Fille heften und auf alles einreden, was sie fragen könnte. Aus Erfahrung wissend, dass es unnötig ist, jetzt noch zu fragen fragt sie trotzdem. Die Soldaten nennen uns natürlich Rs 150 als fairen Preis und verweisen auf die offizielle Liste. Wenn es darum geht, Touristen abzuziehen, halten hier alle zusammen. Wir fühlen uns total verarscht und wollen die 5 Kilometer zur Stadt lieber zu Fuß gehen als zu zahlen. Es ist wirklich kein schönes Gefühl, jemandem ausgeliefert zu sein und am Ende zahlen zu müssen.

Natürlich zahlten wir und fuhren Richtung Flughafen. Kurz vor der Stadt hielt der Taxifahrer an und wollte nochmal und nochmal wissen, wohin wir fahren. “Hotel Harmony” und “Osaka Guest House”. Er kannte weder das eine, noch das andere. Wie kann es sein, dass ein Taxifahrer, der den lieben langen Tag eben dieses Taxi fährt, nicht die 35 Hotels der 2000 Einwohnerstadt kennt? Der Stadt, in der er lebt??? Ich habe noch nie in meinem leben einen ortskundigen Taxifahrer in einer mir völlig fremden Stadt den Weg gewiesen. Aber dank des Lonely Planets (Reiseführer) ging es und wir waren am Ziel. Als sich der Taxifahrer nach Erhalt des viel zu hohen Salärs auch noch anbot, mit uns eine “very cheap” Rundtour zu machen, hätten wir ihn würgen können.

Hotel gefunden, eingecheckt, AC geht, alles toll. Ab zur Touristeninformation, wir wollen uns noch mehr informieren und den Bus nach Agra buchen. Der super nette Angestellte berät uns und möchte uns sein Motorrad und die Gegend zeigen. Er würde uns die Maschine leihen und wir könnten hier zusammen durch die Gegend cruisen. Natürlich ohne Helm, aber hier ist fast 0 Verkehr, also kein Problem. Fille hätte sich sogar hinten raufgesetzt und so wären wir zu den Wasserfälllen 25 Kilometer außerhalb der Stadt gefahren. Wir machen die Sache klar, tauschen Telefonnummern aus und wollen uns gerade verabschieden, als er seinen wahren Preis nennt … Kostenlos, aber wir müssen volltanken. Heißt unter dem Strich, dass wir für 3 Stunden Motorrad (50 Kilometer fahren=2 Euro Spritkosten) 21 Euro zahlen sollen. In Nepal hätten wir für ein Motorrad inkl. 100 Kilometer 6 Euro zahlen müssen. Damit entpuppte sich auch dieser erst sehr freundliche und hilfsbereite Inder als jemand, der Touristen ausnimmt, wenn möglich. Dass er im Touristenbüro arbeiten und von der Regierung angestellt ist und eigentlich verhindern soll, dass so etwas passiert, macht uns wütend.

Wir lassen ihn stehen und machen uns auf die Suche nach einem Restaurant. Wir finden ein schönes genau gegenüber der Tempelanlage, die wir uns im Anschluss ansehen wollen. Leider ist es irre heiß und wir warten gefühlte 2 Stunden auf unser Essen, welches aber ausgesprochen schmackhaft ist. Bei mir gibts ein leckeres Thali, bei Fille nur eine Tomatensuppe, der Magen funktioniert immer noch nicht richtig.

Nach der Mahlzeit war die Sonne weg und damit auch die brütende Hitze. Obwohl es sehr schnell dunkel wird, sind wir noch in die Tempelanlage gegangen. Wir haben uns beide nicht gemerkt, aus welcher Zeit diese Tempel stammen und warum sie über und über mit Szenen aus wilden Sexorgien verziert sind. In der Tempelanlage sind wir fast die ganze Zeit barfuß gelaufen. Was für ein nicht mehr gekannter Luxus, barfuß laufen zu können und nicht wie verrückt auf den Boden schauen zu müssen, um nicht in tote Tiere, Scherben oder Exkremente zu treten. Am besten war der Golfrasen, der die Fußsohlen massierte. Waren wir wirklich noch in Indien?

Einige der Tempel waren im Laufe der Zeit eingestürzt und beim Wiederaufbau hatte man sich nicht sonderlich Mühe gegeben, dass die Teile an der ursprünglichen Stelle wieder verbaut werden. Das hat “dem Inder” vor einigen Jahren gereicht. Jetzt fangen sie an, die Steine einzeln zu kartieren und dann den Tempel wieder abzutragen, um in dann “richtig” wieder aufzubauen.

Der nächste Tag wurde wieder etwas anstrengender, aber nicht weniger schön. Früh morgens gingen wir zum Busbahnhof, um uns Tickets für den Bus am nächsten Tag nach Agra zu kaufen. Dazu später mehr! Auf dem Weg dahin bekamen wir die erste Salve Indischer Aufmerksamkeiten ab. Wir waren überall “first customer” und wurden überhäuft mit “Special Price for very gud frend”. Ryckshawfahrer wollten uns zu den Tempel fahren, zum Wasserfall oder zum Kulturdorf. Fille und ich waren noch beide viel zu gut ausgeruht und durch den schönen Tag gestern bestens gelaunt, um uns nerven zu lassen. Stattdessen fingen wir an, die Inder nicht mehr zu ignorieren, sondern auf sie einzugehen. Ryckshawfahrer folgten uns, redeten auf uns ein und erzählten uns, was man alles machen kann. Dass wir nie die Absicht hatten, sie zu mieten, verrieten wir ihnen natürlich nicht. Viele merkten erst nach 5 Minuten, dass wir sie verkohlen und verzogen sich dann mit böser Mine. Für uns der größte Vorteil an der ganzen Geschichte ist aber, dass wir Ruhe haben, solange wir einen Einheimischen neben uns herlaufen haben. Dann werden wir nur von einem belästigt, mit dem wir unser Spielchen treiben, aber der Rest lässt uns in Ruhe.

Heute solls zu den Wasserfällen gehen, wir haben uns zum Glück für diesen Trip entschieden, trotz Hitze und “Übersättigung” mit Eindrücken. Wir wollten uns 2 Fahrräder mieten und die 25 Kilometer zu den Fällen fahren und suchten nach einem Verleih, den wir nicht fanden. Dann erblickte ich einen Weißen, der gerade sein Fahrrad anschloss. Ich näherte mich und sprach ihn an “Excause me Sir” – keine Reaktion. Er reagierte wie ich reagieren würden, wenn mich jemand in Indien mit “Excause mr Sir” anspricht – gar nicht. Als er dann meine Sandalen sah und die Farbe meiner Füße blickte er auf und grinste mich an und er sagte nur “sorry”. Er sagte nicht wofür, aber wir alle wussten, was er meinte. Ich fragte ihn, wo er sein Fahrrad gemietet hat und keine Zehntelsekunde später war schon der erste Inder an uns dran und sagte “Beizicle fohr rent follo mih”. Wir ignorierten ihn beide. Kurz darauf war der zweite Inder da und sie redeten beide auf uns ein.

Der Spanier, der schon 7 Monate durch Indien reist, drehte sich seelenruhig um und wandte sich den Indern zu. Er sagte nur “Ich glaube, er hat mich gefragt und nicht Euch”. Das sagte er in einem so bestimmten Tonfall, dass die beiden augenblicklich verschwanden – wir waren beeindruckt! Spanier müsste man sein 🙂

Der Spanier riet uns, kein Fahrrad dahin zu nehmen, weil es zu heiß und die Strecke zu schlecht sei, also schnappten wir uns eine Ryckshaw. Aber vorher wollten wir noch etwas essen. Auf dem Weg zum Restaurant “GayLord” fuhr wieder eine Ryckshaw neben uns her und bot sich uns an. Ich hatte zwar nicht die Absicht, sie zu mieten, aber eine erste Preisanfrage konnte nicht schaden. (Der faire Preis lag um die 400-450 Ruppies) Der Inder verlangte ….. 400 Ruppies. Also den fairen Preis, ohne zu verhandeln. Sehr symphatisch. Er sagte “Es ist off season, zu viele Fahrer, zu wenige Touristen. Bitte nehmt mich, ich bekomme sonst heute keine Gäste mehr”

Fille und ich waren platt. Der erste Fahrer, der uns die Wahrheit sagt und nicht auch für die Off-Season irgendwelche fadenscheinige Argumente erfindet, warum der Preis jetzt so hoch ist und dass er der beste sei und und und. Wir buchen ihn, wollen aber erst noch gemütlich essen und uns danach zum Hotel fahren lassen. Wir benötigen beide bei dieser Hitze dringend eine Dusche und ein bisschen Klimaanlage.

Über die Wasserfälle verliere ich nicht viele Worte, außer dass es atemberaubend war. Angeblich war die gesammte Ebene vor 7 Jahren komplett mit Wasser aufgefüllt, was für ein Anblick! Bemerkenswert ist hier wieder einmal die Abzocke, noch dazu die dumm-dreiste Berechnung der Preise. Wenn man den Park betritt, muss man noch 3 Kilometer bis zu den Wasserfällen laufen – oder man lässt sich fahren. Jede Person zu Fuß oder auf dem Rad zahlt 150 Ruppies, wir beide also 300. Nimmt man die Ryckshaw mit rein, zahlt man für alle! 400 Ruppies. 5 oder 8 Personen in eine Ryckshaw gepresst zahlen 400 Ruppies und werden gefahren, während wir beide 300 zahlen und die 3 km durch die Hitze laufen müssen ….

Varanasi

Varanasi, die Stadt am Ganges. Hindus -egal ob arm oder reich- kommen von überall her angereist, um im heiligen Wasser zu baden und sich so von all ihren Sünden zu befreien. Oder um zu sterben. Denn wessen Leiche am Ufer des Ganges verbrannt wird, der entkommt dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten, erreicht das Moksha. So ist Varanasi das Zentrum des hinduistischen Glaubens, die heiligeste Stadt Indiens.

Wir wussten also, es würde viel für uns werden…

Und so war es auch. Varanasi -da sind Lukas und ich uns einig- ist die anstrengendste Stadt, in der wir jemals gewesen sind. So viel Indien auf einmal, uns war es oft ein bisschen zu viel.

Die Straßen sind wahnsinnig bevölkert, staubig und laut. Man kann kaum zehn Meter gehen, ohne aufs Dreisteste belästigt zu werden. “Hello Sir, Madame, hotel? ..taxi? …rickshaw? …silk? …money? …handcrafts? …witsch cantri? …name? …you like India?” Manche folgen uns minutenlang und reden wild auf uns ein. Rickshaws schneiden uns den Weg ab, um uns zum Einsteigen zu bewegen. Es ist zum aus der Haut fahren, wir sind doch gerade erst angekommen. Und das alles bei dieser Affenhitze…

Verlässt man dann die Hauptstraßen, um zu den Ghats”””, den heiligen Treppen/Plattformen des Ganges, zu kommen, muss man sich erst duch engste verwundene Gassen quälen, in denen man leicht die Orientierung verliert. Der Gestank ist unglaublich, man steigt über tote Ratten und geht an Hundeleichen vorbei. Alles voller Fliegen, Müll und Tierscheiße. Die Inder sind nicht weniger aufdringlich und betteln und und und… Plötzlich sehen wir Kühe. Es ist kaum zu glauben, denn die Gassen sind ein bis drei Meter breit und nun stehen und liegen da Kühe, an denen man kaum vorbei kommen kann.

Wir sind überwältigt von so viel Indien.

Und dann ist da die faszinierende Seite von Varanasi. Am Manikarnika Ghat dürfen wir von oben die traditionellen Leichenverbrennungen beobachten. Die ganze Familie -nunja, mal wieder sind nur Männer erlaubt, Frauen seien zu emotional, erklärt man uns- trägt den umwickelten Leichnam auf einer Bambustrage zum Holzhaufen.

Das Brennholz wird mit Flammen aus dem heiligen Feuer entzündet. Man erklärt uns, dass es seit über tausend Jahren brennt und nie erloschen ist. Sechs Leichen brennen gleichzeitig, jeden Tag rund um die Uhr und das seit über tausend Jahren.

Jedes Detail zählt für die Bestattungszeremonie, von der Auswahl der Holzsorte bis zum Besprenkeln der Leiche mit heiligem Wasser. Das alles beeindruckt uns sehr, ich kann es kaum beschreiben.

Nach einiger Zeit verlassen wir die Zeremonie und man führt uns zu zwei Frauen, die um Geld für das Holz zur Verbrennung bitten, denn viele, die im Hospitz”””” hinter dem Ghat auf ihren Tod warten, können sich das Holz nicht leisten. Man braucht eine ganz bestimmte Menge an Holz für eine Verbrennung und jedes Kilo einfaches Holz kostet 150 Rps (ca. 2,50 €). “Bezahlt so viele Kilogramm Holz wie euer Herz schwer ist”, und die Frauen betteln und geben sich mit dem, was wir ihnen geben, nicht zufrieden und fordern mehr. Innerhalb von Sekunden fühlen wir uns vom spirituellen in das bekannte touristenabzocke Indien zurückversetzt. Ich verkneife mir eine Bemerkung darüber, wie schwer mein Herz in Wirklichkeit ist und auch Lukas muss sich beherrschen. Wenige Inder sind je zufrieden mit dem, was man ihnen gibt. Selbst nach einer Fahrt in der Rickshaw fordert der Fahrer regelhaft mehr als den zuvor vereinbarten Preis. Für die meisten Inder sind Touristen eben nur wandelnde Geldbeutel. Eigentlich wissen wir das, aber es ist so schwer, es nicht persönlich zu nehmen.

Manchmal denke ich, dass ich hier in gewisser Weise abstumpfe. So viele verschiede Inder fragen dich im Minutentakt, woher du kommst, wie es dir geht, ob du Indien magst, wie du heißt, ob du Seide oder Hasch oder sonst was kaufst, ob du dir seine Waren ansiehst, ob du dieses oder jenes Taxi nimmst oder ob Du einfach nur Geld gibst. Man beantwortet Fragen, sagt freundlich, dass man nichts braucht. Aber das interessiert hier keinen. Sobald du sie auch nur ansiehst, laufen sie dir hinterher, versperren dir den Weg und halten dir ihre Waren direkt ins Gesicht. Ein Nein kennen sie nicht. Abstand schon gar nicht.

So geht man dazu über, ab einem bestimmten Grad der Genervtheit, einfach alle, die einen ansprechen, zu ignorieren. Nur so kann man sich hier fortbewegen. Zum Teil können wir darüber lachen. Aber oft fühle ich mich einfach nur schlecht dabei, Menschen zu ignorieren, die zumindest so tun, als ob sie nur nett sein wollen.

So kommt es, dass oft die Falschen unsere Überdrüssigkeit zu spüren bekommen:

Mal wieder läuft jemand neben uns her und quatscht uns voll. Lukas beantwortet kurz und knapp seine Fragen und geht dann schnurstraks weiter. Der vermeintliche Inder tut beleidigt. Er sei Student aus Nepal und wolle hier nur Geschenke für seine drei Schwestern kaufen. Uns wolle er wirklich nicht belästigen, nur einen Chai mit uns trinken und ein bisschen Englisch reden. Er würde keine “motherfucking Indians” mögen, die einen nur abzocken wollen.

Okay, wir geben ihm eine Chance. Er fragt uns, ob wir vieleicht mitkommen wollen, sich die Seidenmanufakturen anzusehen, in denen die Seidenprodukte gemacht werden, für die Varanasi so bekannt ist. Klar wollen wir.

Und so fahren wir zusammen in die “manufacturing area” und sind begeistert. Keine Touris, nur die Geräusche der Webstühle sind von überall zu hören. Hier würde man als Besucher nicht belästigt, die Menschen hier müssten arbeiten, sie hätten keine Zeit, uns zu behelligen. Der Nepalese führt uns herum und wir dürfen die Produktionsräume betreten. Er ist sehr bemüht und erklärt uns viel, er kennt sich gut aus. Vielleicht ein bisschen zu gut. Wir werden wieder misstrauisch und haben schon ein schlechtes Gewissen dabei, denn er ist wirklich interessant, spricht sehr gutes Englisch und versichert uns immer wieder, dass er nur Geschenke für seine drei Schwestern kaufen will. Heute sei nämlich der Ramadan zur Hälfte rum und aus diesen und jenen Gründen, würde nur heute alle Seide zum Halben Preis angeboten.

Wir betreten einen kleinen Laden, in denen er Seidenschals kaufen will. Dort werden wir sehr freundlich empfangen und bekommen eine gratis Lektion in Sachen Seide und nicht-Seide. Wir haben echt gar keine Ahnung von sowas, aber der Veräufer ist wahnsinnig sympathisch und erfrischend wenig aufdringlich.

Aber irgendwas ist dennoch faul an dem Ganzen. Der Nepalese schaut sich die wahnsinnig teuren Seidenschals für seine Schwestern kaum an, er nimmt sie ohne zu verhandeln und sagt, dass er nur kurz zum nächsten Geldautomaten geht und in fünf Minuten wieder da ist.

Wir bekommen derweil alle möglichen weiteren Seidenprodukte gezeigt, alle wahnsinnig hochwertig, und nur heute zum halben Preis, immernoch wahnsinnig teuer zuz erhalten. Unsere private Tupperparty. Nach zwanzig Minuten ist unser Nepalese immer noch nicht wieder da. Und uns wird mehr und mehr klar, dass wir schon wieder verarscht wurden. Wir kaufen nichts und der Verkäufer, der eben noch meinte, wir sollen nur schauen und uns ja nicht bedrängt fühlen, schaut jetzt ganz schön pissig aus der Wäsche.

Was für ein Aufwand, nur um uns in diesen versteckten Laden zu locken und abzuziehen. Die halber-Preis-am-Ramadan-Geschichte ist natürlich auch eine á”””” la Kapitän Blaubär, wie wir später erfahren.

Leider sind wir in unserem wachsenden Misstrauen netten Indern gegenüber mal wieder bestätigt worden. Denn Nepalese ist er bestimmt nicht gewesen. Und schon gar kein Student.

Ganz Varanasi zu beschreiben würde wohl den Rahmen sprengen. Denn wie gesagt, Varanasi ist viel. Hier also nur unsere Top drei Varansi-Anekdoten:

  1. Nach all dem Stress und der Hitze suchen wir unsere geliebten überteuerten klimatisierten Restaurants, in die die Inder uns nicht folgen können 🙂

    Als wir endlich eins finden, überreicht man uns sogleich eine “Mocktail”(alkoholfreier Cocktail) – Karte mit großer Auswahl an verschiedenen Fruchtsorten. Ich freu mich sehr darauf und bestelle einen Cinderella, einen mosambi-pineapple-mango-lemon-mix. Der Kellner schaut verwirrt und fragt mich, welchen Saft ich denn nun haben will. Ich zeige ihm den Cinderella-Mocktail auf der Karte. Er nickt und wendet sich zum Gehen. Doch dann dreht er sich erneut zu uns um. “Which””” juice? Mosambi, pineapple, mango or lemon?” Wir versuchen verzweifelt, ihm und dem Barkeeper zu erklären, was der Sinn einer Cocktail-Karte ist, auf der immerhin über hundert Verschiedene angeboten werden. Doch es ist absolut zwecklos. Nachdem sie auch das dritte nicht-Mocktail-Getränk, das Lukas stattdessen bestellen will, nicht haben, verlassen wir resigniert aber nicht ohne zu lachen das Lokal.

  2. Wie jeden Abend erkunden wir noch ein bisschen das Nachtleben der Stadt und testen die lokalen Köstlichkeiten, die bei Einbruch der Dunkelheit am Straßenrand angeboten werden. So können wir bei einem frittierten Teigsternchen nicht widerstehen und beißen herzhaft hinen. Das Erste, was wir schmecken, ist einfach nur süß, denn der Teig scheint fast ausschließlich aus Zucker zu bestehen. Dann ist plötzlich der Mund voller flüssigem Fett. Die Dinger sind innen hohl! Nun haben sie es wirklich zu weit getrieben. Wir wissen ja schon, dass hier immer alles in Fett oder Zucker ertränkt wird (sogar frisch gepresstem Saft werden immer einige Esslöffel Zucker beigemischt) aber…

    nun servieren sie mit Fett gefüllten Zucker! Bäääääääääääääääääääääääääh! So schnell ist noch nie etwas im Straßengraben gelandet. Und die Inder kaufen das sogar Tütenweise…

  3. Nach stundenlangen Diskussionen und hartem Verhandeln haben wir es endlich geschafft, eine Bootsfahrt am Gangesufer zu machen.

    (“Aufgrund der monsun-time führt der Ganges mehr Wasser und man braucht wegen der stärkeren Strömung länger für die gleiche Strecke.” Soweit nachvollziehbar.

    “Und darum erhöht sich der Pauschalpreis pro Stunde!” Hä? Touristenabzock-Logik, diskutieren leider zwecklos.)

    Am Uferrand sehen wir die Inder, die im Ganges baden oder ihre Wäsche waschen. Das heilge Wasser ist jedoch vielmehr eine stinkende braune Brühe, der wir nicht zu nahe kommen wollen. Und die trinken das sogar…

    Dann kommen wir am Krankenhaus vorbei. Und sehen jemanden, der die im Ganges gewaschene OP-Kleidung zum Trocknen auslegt. Aaaaah, die waschen ihre OP-Hemden in der dreckigen widerlichen Brühe! Bitte lass uns hier nie ins Krankenhaus müssen…


Warning: Creating default object from empty value in /homepages/16/d508845845/htdocs/blog/wp-includes/comment-template.php on line 1056

Aktuelle Infos

Uns geht es gut! Sind wieder in Indien. Indernet ist mies, daher können wir keine Traumhaften Fotos besonders aus Nepal hochladen. Aber die Blogs wollten wir mal online stellen.

Bei dem Flugzeugabsturz (15 tote Touristen) waren wir zum Glück nicht in der Unglücksmaschine. Aber als Folge darauf habe ich den Mount Everest Flug abgesagt. Naja, komme ja bestimmt nochmal nach Nepal 🙂

Aus

Mona Lisa Cafe & German Bakery, Varanasi

Trisuli – Rafting

Auf dem Weg zurück nach Katmandu hielt der Bus zweimal bei völlig überteuerten Restaurants. Der ganze Bus stöhnte angesichts der horenden Preise, aber die meisten zahlen dann doch bereitwillig jeden Preis, schließlich hatten die wenigsten überhaupt gefrühstückt. Typische Touristenabzocke, gut, dass wir wenigstens ein paar Bananen am Straßenrand gegessen hatten.

Mit drei Stunden Verspätung kommen wir dann bei unserem Rafting-Startpunkt an und freuen uns sehr, dass wir diesen Trip bei einer offiziellen Rafting-Agentur gebucht haben. Sie haben außer uns nur noch eine polnische Touristin anwerben können, warscheinlich weil es hier in der “off-season” “twentyfour-seven” regnet. So natürlich auch heute.

Aber da wir bei einer offiziellen Agentur gebucht haben, werden wir natürlich nicht zu dritt im Raft sitzen, denn dann wäre es zu leicht und das wäre gefährlich. So begleiten uns neben dem Bootsführer noch zwei Nepalesen im Raft und ein weiterer fährt im rescue-kajak neben uns her. Vier Nepalesen, zwei Boote, zwei Bustransfers, zwei Tage Raften mit Übernachtung und Vollverpflegung für 60 Euro. Wahnsinn, dass hier sowas geht.

Nach einer recht ausführlichen Sicherheitsbelehrung gehts auch schon los. Anfangs haben wir noch ziemlichen Respekt vor dem großen Fluss, der das Raft so mühelos umherschaukelt, aber schon bald beginnt es richtig Spaß zu machen und unser Guide lenkt uns in jede Stromschnelle, die uns ordentlich durchrüttelt. Lukas und ich sitzen ganz vorne und geben den Paddeltakt an, hören dabei auf Kommandos wie “forward, faster, left back, hold on tight or all in”

Das macht sehr viel Spaß und innerhalb von Minuten sind wir nass bis auf die Haut. So macht sogar der Dauerregen wieder Spaß!

Die Nepalesen-Crew ist super drauf und macht mit uns ordentlich faxen, die Stimmung ist großartig. Und fasziniert beobachten wir, wie der Nepalese im rescue-kajak unter Wasser verschwindet und sich immer wieder geschickt durch eine Eskimorolle umdreht. Zwischendurch sammelt er herumschwimmenden Plasikmüll auf. Ich bin irritiert und frage mich, was er denn damit anstellen will. Da kommt er zu uns rübergepaddelt und schmeißt ihn zu uns ins Boot!

Jemand, der nicht nur keinen Müll in unberührte Natur wirft, sondern ihn sogar aufsammelt! Das haben wir weder in Indien, noch in Nepal je gesehen. Erneut sind wir angenehm überrascht von unserem Trip.

Die nebelverhangenen Berge, die schmalen Hängebrücken und andere Konstruktionen, mit denen die Anwohner den Fluss überqueren -z.B. kann man sich in einen kleinen Metallkäfig setzten und sich selbst über den Fluss ziehen-, sind einfach herrlich. Vom Uferrand winken uns Fischer zu und wir fahren sogar an einer Feuerbestattungszeremonie vorbei. Die Stimmung könnte nicht besser sein und wir sind traurig, als wir unser Ziel erreichen und das Raft verlassen müssen. Aber nach einer Nacht im Zelt geht es gleich am nächsten Morgen weiter.

Diesmal begleitet uns noch ein spanisches Pärchen aus Barcelona. Sie wollten eigentlich von Pokhara aus raften, aber ihr Flug dorthin wurde aufgrund des heftigen Monsums gestrichen. Sie waren ziemlich verärgert darüber, aber als sie erfuhren, dass am gleichen Tag eine Maschine, die dennoch gestartet ist, abstürzte, waren sie plötzlich sehr dankbar. Und wir sind es auch. Nach einem “Verbot” meinerseits, nimmt Lukas nun schwerenherzens Abstand von seinem festen Vorsatz, einen Mount-Everest-flight zu machen und grummelt ein bisschen vor sich hin 🙂

Das Pärchen ist zwar saunett, aber völlig unfähig zu raften. Eigentlich soll nämlich das ganze Boot im gleichen Takt paddeln, aber der Spanier, der neben Lukas ganz vorne sitzt, bekommt es einfach nicht auf die Reihe und paddelt ins leere oder hört mittendrin einfach auf zu paddeln.

Nach zwei Stunden kommen wir leider schon an unserem Ziel an und wir werden vom erstbesten Bus, der an uns vorbei in Richtung Katmandu fährt, aufgesammelt. Dann heißt es drei Stunden auf engstem Raum direkt unter den Boxen unglaublich laute eintönige Hindi-Musik hören. Ein solches Lied dauert gefühlte zwanzig Minuten und besteht aus nahezu identischer Strophe und Refrain. Eine Nervenzerreißprobe, da helfen auch Ohrstöpsel nicht wirklich.

Pokhara

Die Kanufahrt mit den Chinesen noch im Kopf gings mit dem Bus 5 Stunden nach Pokhara, dem Ausganngspunkt aller Tracks rund um die Annapurna Region. Wir sind hier ohne Pläne angekommen und wollten uns einfach nur mal treiben lassen nach dem hektischen Indien und der organisierten Dschungel Erfahrung im Chitwan Camp. Das relaxen klappte alleine deshalb ganz gut, weil wir fast nur Regen hatten. Die Straßen soffen ab, unsere in die Wäscherei gegebene Wäsche wollte nicht trocken. Und der Wäscher hat uns ganz kurz gebracht, richtig richtig ärgerlich und laut zu werden. Hier wird nämlich nach Gewicht bezahlt und er wollte uns die Nasse Wäsche wiegen, die ER nicht trocken bekommt. Dass wir eigentlich weniger zahlen wollten, weil wir nur wenig Lust auf nasse Sachen im Rucksack hatten, konnten wir ihm nicht verklickern.

Pokhara ist berühmt für seine Freundlichkeit gegenüber Touristen, angeblich der perfekte Ort zum Seele baumeln lassen und nichts tun. Auch Old Pokhara 4 Kilometer weiter nördlich wird immer wieder angepriesen als äußerst sehenswert, was wir nach einer ausgiebigen halben Stunde dort einfach nicht nachvollziehen konnten. Das besondere an diesem Ort ist die Sicht auf den Himalaya, wenn der Himmel wolkenfrei ist und die Sonne scheint. Dass wir an einem der weltweit schönsten Orte waren, ihn aber wegen schlechten Wetters nicht genießen konnten war schon ein wenig schade.

Als es langsam weniger mit dem Regen wurde schnappten wir uns ein Bot und ruderten auf den See hinaus. Dank des Regenwetters waren wir fast ganz alleine auf dem See, was wir sehr genossen. Allerdings fanden wir keinen Punkt, an dem wir wirklich nichts mehr hörten. Die Tempelglocken, die Hupen der Busse oder das Surren der Wasserturbinen war immer irgendwo zu hören. Am anderen Ende des Sees gönnten wir uns unser Bad und stellten im Wasser fest, dass es nicht mehr regnete … Das ist mal Timing 🙂

Das schoppen hier macht zwar Spaß, weil es günstig ist und man sich relativ ungestört umsehen kann, aber die Qualität war meistens mies. Am Ende gabs 12 Postkarten, 2 Sitzkissen und 12 Briefmarken.

Das aufregendste war noch die “German Bakery”, die hier Schwarzwälder-Kirsch verkauft, allerdings ohne Kirsch. “Einmal Chili-con-Carne” ohne Fleisch bitte. Merkste selbst, oder? Und das Pumpernickel, auch groß. Probiert haben wir es dann aber nicht, das Auge isst halt doch mit.

Chitwan national park – Tag 2

Alles Gute zum Geburtstag Mama!!! Schade, dass wir Deinem fünf Gänge Menü, das Du bestimmt zaubern wirst (“dieses Jahr mache ich aber mal was ganz einfaches, keinen Stress”… klar!), nicht beiwohnen können. Stattdessen genießen wir hier die völlig unnötigen Versuche der Nepalesen, uns westliches Essen zu servieren. Es gibt Kartoffelpuffer und dazu… Kartoffelbrei! Ohne Gewürze, ohne Salz. Herrlich!

Vor dem junge walk gabs erstmal eine kleine Sicherheitseinführung, die uns alle ganz schön nervös gemacht hat. Wenn uns ein Rhino angreift, dann müssen wir zickzack-laufen und uns so schnell wie möglich hinter einem Baum verstecken, sonst trampelt es uns platt. Bei einem Tiger siehts noch schlechter aus: Augenkontakt halten und ganz langsamt rückwärts gehen. Wenn er uns trotzdem angreift haben wir keine Alternative, er wird uns zerfleischen. Sehr gut zu wissen. Man kann sich vorstellen, wie uns das Herz stehen blieb als kurze Zeit später die Büsche neben uns zu rascheln begannen…

Insgesamt war es also ziemlich aufregend, obwohl wir eigentlich nicht spannenderes als Nasohornscheiße gesehen haben. Letzteres könnte daran gelegen haben, dass unsere Gruppe außer uns noch die bereits erwähnte chinesische Reisegruppe beinhaltete. Und Chinesen können einfach nicht eine Minute nur Beobachten und still sein. So begleitete uns durchgehendes Geschnatter und Gekicher und Fotografieren von einfach allem, was sich bewegt. Wahrscheinlich haben sie den Wald mehr durch die Kamera gesehen als ohne.

Ziemlich entnervt beschließen wir, nie wieder mit Chinesen so einen Trip zu machen.

Dennoch hat es schon was, durch meterhohes Gras zu laufen und im Regenwald durchs Wasser zu waten, immer in Furcht vor dem Tiger, der hinter dem nächsten Baum lauern könnte. Angesichts der vielen Moskitos und der vermeintlich niedlichen Würmchen, die plötzlich begannen uns anzuzapfen, hätte ich jedoch fast die Beherrschung verlohren. Ich musste sie regelecht von meinen Füßen abkratzen, weil sie sich so festgebissen hatten. Vielleicht ein bisschen zu viel Natur?

Weiter gehts im Kanu durch schmale Flüsse, Krokodile beobachten. Aber die kann man nur sehen, wenn man mucksmäuschenstill durchs Wasser gleitet, kein Problem für uns, wir freuen uns auf die gruseligen Reptilien. Doch, wer sitzt ausgerechnet mit uns im Boot?! Die Chinesen! Also haben wir natürlich keine Krokodile gesehen und auch keine Vögel zwitschern gehört. Nur ein einsames Rhino ließ sich trotz des Höllenlärms nicht vom Baden abhalten. Glück für uns! Wir hassen chinesische Touris!

Viel besser war dagegen der Elefantenritt durch den Jungel. Das sind schon beeindruckende Tiere, auf denen wir da sitzen dürfen. Es scheint kaum vorstellbar, dass es möglich ist, so ein Tier zu unterwerfen. Man erklärt uns, dass die Elefanten ihre Reiter von Geburt an kennen, nur so kann das nötige Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Sie werden nie wieder einen anderen akzeptieren.

Im Regenwald angekommen, hören wir plötzlich lautes Gekreische und Geknipse. Wir drehten uns genervt nach der Geräuschkulisse um und: Die Chinesen! Neeeiiiin! Sie sitzen doch tatsächlich auf dem Elefanten, der direkt neben uns reitet. Die Stimmung ist in Windeseile auf dem Tiefpunkt und wir flehen unseren Elefantenreiter an, einen anderen Weg einzuschlagen. Der grinst nur und fünf Minuten später sind wir im tiefsten Dickicht ganz unter uns. Weit und breit keine Chinesen mehr zu hören!

Erstaunlich wie leicht sich ein ganzer Elefant im Unterholz verstecken kann und durch welche kleinen Lücken er passt. Normalerweise muss man ja aufpassen, dass man keine Zweige oder Äste ins Gesicht bekommt, wenn man durchs Geäst wandert. Aber auf einem Elafanten sitzend muss man aufpassen, dass man nicht von einem ganzen Baum umgehauen wird.

Schon bald sehen wir die ersten Tiere. Affen, Wildschweine, Pfauen, Rehe, einen Veran und sogar eine Nashornmutti mit ihrem Kind. Das war toll! Während alles, was laufen kann, auf unserem jungle walk noch vor uns reisaus genommen hat, stören sich die Tiere überhaupt nicht an unserem Elefanten, sodass wir ihnen auf seinem Rücken quasi belibig nah kommen konnten.

Dann -wie sollte es auch anders sein?- fängt es wieder an zu regnen. Wir holen unsere Schirme heraus und die Elefanten treten den Heimweg an. Wir sind enttäuscht, dass es schon wieder zurück gehen soll und sind uns schnell einig, dass es noch nicht vorbei sein darf. Wir überreden das türkische Pärchen, das mit uns auf dem Elefanten sitzt, die Schirme einzupacken und uns einfach nassregnen zu lassen. Der Elefantenführer versteht unseren Drang nass zu werden zwar mal wieder nicht, aber wir können ihn überzeugen. Und so streifen wir noch eine halbe Stunde ganz alleine durch den Wald. Es gießt wie aus Eimern, wir sind nass bis auf die Knochen, aber haben lange nicht mehr so viel Spaß gehabt! Wir rufen “namaste Elefant!” und er hebt den Rüssel und freut sich mit uns. Ein grandioses Erlebnis!

Chitwan national park

Gestern haben wir uns relativ spontan entschieden, doch noch in den Chitwan-Nationalpark zu fahren. So kam es, dass heute um 6:30 Uhr der Wecker klingelte und wir uns recht mühsam aus dem Bett quälten. Um 7:00 Uhr sollte unser Bus fahren, ausreichend Zeit also. Doch schon nach fünf Minuten rief der Portier auf unserem Zimmer an, um uns Feuer unterm Hintern zu machen. Wir fanden das reichlich unverschämt, wo wir doch noch 25 Minuten Zeit hatten. Wir beschlossen, uns nicht stressen zu lassen und in Ruhe weiterzupacken. Nach weiteren fünf Minuten klopfte es wild an unsere Zimmertür, wir sollten uns nun wirklich beeilen, der Bus würde nicht warten.

Das ist mal wieder typisch, da hier alles immer dreimal so lange wie nötig dauert, wird man auch immer dreimal so früh herumgeschubst. Ziemlich genervt trotteten wir in die Lobby, ohne uns sonderlich zu beeilen, der Portier kann was erleben… Unten angekommen deutete eben dieser wild gestikulierend in Richtung Uhr. 7:10 Uhr! Doch auch das schockte uns nicht, hatten wir doch extra die Uhrzeit am Computer nachgesehen. Deren Uhr geht also falsch und darum machen die so einen Stress. Und da ich eh ganz gut geladen bin, fange ich gleich mal eine wilde Diskussion an und pöbel ein bisschen rum.

Schließlich gehts los, mit dem Taxi zum Bus. Und dann ganz langsam dämmerts uns… wir -oder vielmehr Lukas ;)- haben die Uhr noch nicht auf Nepal-Zeit umgestellt… und in Nepal ist es 15 Minuten später als in Indien. Ups… Aaaah, wir sind viel zu spät!! Gut, dass ich dem Portier noch meine Meinung gesagt habe…

Ziemlich nervös sitzen wir im Taxi, dass sich mühsam durch Katmandus Straßen quält. Was für ein schlechter Start in den Tag! Als wir dann endlich ankamen waren wir enorm erleichtert, dass der Bus noch dastand. Er hatte tatsächlich nur auf uns gewartet!

Und das war einfach super, denn die Busfahrt war eine der schönsten, die ich im Leben je gemacht habe. Sechs Stunden lang fuhren wir über wunderschöne Bergpässe. Rechts von uns der Trisuli, ein recht wilder Fluss, über den von Zeit zu Zeit kleine Hängebrücken führen. Diesen würden wir in einigen Tagen mit dem Schlauchboot unsicher machen, denn wir haben ebenfalls spontan eine zweitägige Mountain Raftig Tour gebucht. Die Vorfreude ist schon jetzt riesig!

Endlich angekommen werden wir auch schon von der üblichen Traube Touristenfänger begrüßt und wir sind sehr froh, dass wir unser Hotel schon im Vorraus gebucht haben. So brauchen wir nur einige Meter zu unserem Hotel-Jeep zu schländern und schon geben sie Ruhe. Nach uns steigt eine chinesische Familie aus dem Bus, welche offensichtich keine Unterkunft gebucht hat. Innerhalb von Sekunden werden sie von etwa zehn Nepalesen bedrängt, die alle wild auf sie einreden. “Weri cheep preises for yu, mei frend! Take sis! Helo! Helo! Mei Frend!! Best quality! Good hotel!” Wir und alle anderen Touris, die neben uns im Jeep sitzen, müssen lachen. Wir gut wir das alle kennen und wie froh wir sind, dass wir das nicht über uns ergehen lassen müssen.

Nach einigen Minuten kommt unser Fahrer zu uns, er hat ordentlich mitgemischt und amüsiert sich nun prächtig ob der Hilflosigkeit des Chinesen. “Oh, it´s always funny!” – “Not for them” erwidert Lukas trocken.

Angekommen im Hotel sind wir sehr angenehm überrascht. Es liegt direkt an einem Fluss mit super Aussicht auf den Nationalpark. Und da Tee inklusive ist, lassen wir es uns in der Hängematte bei Tonnenweise nepali milk tea ordentlich gut gehen. Wenn jetzt noch die Wolken verschwinden würden, könnten wir einen Blick auf die Berge erhaschen…

Unser Guide wollte einfach nicht verstehen, warum wir unbedingt mit dem Ochsenkarren zur elephant breeding farm wollten, der Jeep sei doch viel schneller und komfortabler. Aber letztendlich hat er nachgegeben und wir hatten eine super Tour ganz vorne – direkt hinter unserem einarmigen (!) Fahrer- über die Dörfer. Fühlten uns gleich um einige Jahrhunderte zurückversetzt, wie Krabat auf dem Weg zum Ochsen-Blaschke, um seinen zum Ochsen verwandelten Freund zu verkaufen.

Die Elefantenfarm selbst war den Besuch kaum wert, da weder Lukas noch ich gerne angekettete Tiere in ihrer eigenen Scheiße stehen sehen. Aber die Ochsentour war es auf jeden Fall! Nur komfortabel oder schnell reist man damit tatsächlich nicht… 🙂

Das abendliche culture programme (stick dance and many more) war ziemlich lächerlich und bescheuert, aber wir haben uns gut amüsiert. Besonders über den Nepalesen, der die Ansagen übernommen hat, denn außer “Leddis än Dschentelman” war kaum ein Wort zu verstehen. Lukas sagte nur treffend, aber vielleicht etwas zu laut: “And now in english please!”

Der Vollständigkeit halber muss ich leider noch folgendes hinzufügen: Während einer Tanzeinlage holte mich Lukas mit den Worten “Hey, der linke Trommler ist der, der auch den Ochsenkarren gefahren hat!” aus meinen Träumen. Ich stimmte sofort zu, warum auch nicht, die Nepalesen sehen doch eh alle gleich aus… Ich verstand nicht, warum sich Lukas so diebisch über meine Zustimmung freut, bis: “Philippa, unser Ochsenfahrer hatte doch nur einen Arm. Er wird wohl kaum trommeln…”

Kathmandu

Delhi Airport, Zwischenlandung auf dem Weg von Amritsar nach Kathmandu. Wir sitzen im nagelneuen, aber noch nicht wirklich fertigen Terminal des International Flughafens Delhis und sind von einer kurzen Nacht noch gut gerädert. Hier ist es sauber, überall liegt Teppich, die Luft ist klimatisiert, es gibt McDonnalds und Coffee Day und “Western-Style” Toiletten. Alles wie zu Hause. Und die Vorstellung, jetzt das schon etwas vertraute Indien zu verlassen und in eine völlig neue, unbekannte Kultur aufzubrechen, ist gerade nicht wirklich angenehm. Wir beide hätten in dieser Stimmung gerne das nächste Flugzeug nach Hamburg genommen, aber das war nur eine Stimmung.

Bei meinen Flügen der letzten Jahre nach Wien, Edinbourgh, Kerry oder Catania habe ich nie verstanden, warum berufliche Vielflieger freiwillig für ein Flugticket den 10 oder 20-fachen Preis bezahlen, nur um ein wenig mehr Luxus zu haben und nicht selbst beim einchecken anstehen zu müssen, etwas mehr Beinfreiheit zu haben und viele Kleinigkeiten mehr. Man kann doch die paar Stunden sich mal zusammenreißen und das Geld sparen. Aber jetzt nach 16 Flügen innerhalb von 5 Monaten verstehe ich total, warum Vielflieger gerne in der Business Class oder First Class reisen. Alleine schon wegen des Lärms der Triebwerke sollte man erwägen, weiter vorne zu sitzen. Ganz zu schweigenen von wegbleiben der Werbung über die Lautsprecher, viel zu kleinen Sitzabständen und separaten Zugang zum Flugzeug.

Aber wir haben es geschafft und sind in Kathmandu angekommen. Eigentlich wollten wir gleich am nächsten Tag weiter, um keinen unserer 8 Tage hier in Nepal zu verdödeln, aber das haben wir zum Glück gelassen und uns entschieden, zumindest 2 Nächste hier zu bleiben. Den halben Tag sind wir durch die Stadt gelaufen und haben uns tolle Outdoorkleidung angesehen. In Deutschland würde eine Jacke der Marke Mammut 400 Euro kosten, hier kostet die gleiche 25 Euro. Auch Rucksäcke, Hosen, Wanderstiefel und Schlafsäcke werden hier unter das Volk geworfen. Einen Schuh der Marke Mirell mit GoreTex Membran und Vibram Sohle hatte ich 10 Minuten in der Hand und ich konnte nicht sagen, ob es ein Original ist. Der Verkäufer sagte nur “Fake, batt guuut fake”. In dem Moment habe ich beschlossen, mir nichts zu kaufen, nichtmal ein T-Shirt oder Handschuhe. Funktionskleidung, die dem Original zwar verblüffend ähnlich sieht, aber eben ohne die “Funktion” ist wohl beim ersten Regen oder größerer Belastung keine Freude mehr.

Zwischendurch buchten wir eine Wildwater Rafting Tour über 2 Tage und einen 3 Tages Trip in den Chitwan Nationalpark und dann über Pokahara und Rafting zurück nach Kathmandu. Alles geplant, alles entspannt, alles inklusive.

Abends gingen wir nocheinmal durch die ganze Stadt, machten den Tempelwalk und tranken auf der Dachterasse eines Restaurants Unmengen an Tee und warteten darauf, dass der Regen aufhört.

Dharmshala – Mc Leod Ganj

Wir sind immer noch in Indien, auch wenn es hier nur schwer vorstellbar ist. Wo sind die TukTuks, wo die überfüllten Straßen, die Hitze, die Straßenverkäufer ausgesuchter Qualitätsware und wo sind die Inder?!? In Mc Leod Ganj bei Dharmshala laufen die Uhren ein wenig anders, hier ist alles ein wenig entspannter.

Hier hat der Dalei Lama sein Exil gefunden und lebt seit einigen Jahrzehnten in dieser kleinen Stadt, die dadurch zum Touristenmagnet geworden ist. Und hier sind wir gestern nach einer endlos langen Busfahrt inklusive Panne angekommen. Wir teilen uns ein kleines Cottage mit Eve und Franky aus Australien, die wir schon aus Amritsar kennen. Wir haben dicke Bettdecken hier liegen und nach jetzt gut 10 Nächten nur mit einem dünnen Laken oder gar nicht bedeckt ist das schon ein komisches Gefühl, unter soviel Stoff begraben zu liegen.

Es regnet hier zwar fast durchgehend wir haben den 2km und den 3km Rundweg abgesagt, aber abgesehen davon war es ein toller Aufenthalt. Die Stimmung hier ist einfach grandios entspannt und nicht so hektisch wie in dem Indien, welches wir kennen. Das liegt wohl hauptsächlich an der Präsens des Dalai Lamas und seiner Mönche, die hier ein sehr angenehmes Klima verbreiten. Wir haben uns 2 Stunden lang seinen Palast angesehen, der eigentlich mehr Schule mit angeschlossenem Tempel ist. Hier kann jeder den Buddhismus studieren und die 7 jährige Ausbildung zum Bachelor Buddhisten absolvieren. Master braucht nochmals 14 Jahre, Teacher weitere 14 und die letzte Stufe nochmal 14, aber deren Namen will uns nicht mehr einfallen. In der ganzen Anlage verteilt saßen 3 Gruppen von Mönchen und auch einige Leute in Zivil, die hier alle den Buddhismus studieren. Nach der Stunde Unterricht hatten sie jetzt die Aufgabe, zu diskutieren. Das taten sie sehr gestenreich und mit viel Bewegung, dazu wurde sehr viel gelacht und gescherzt, eine tolle Atmosphäre.

Wir wurden von 2 älteren Mönchen angesprochen und umsorgt, wurden herumgeführt und konnten alle möglichen Fragen stellen. Dabei erfuhren wir auch, dass der Dalei Lama heute ganz früh Mc Leod Ganj verlassen hat und wir ihn somit verpasst haben. Eine Audienz ist möglich, aber dafür müsse man sich mindestens 7 Tage vorher registrieren. Und die eigentliche Privatresidenz haben wir auch nicht sehen können, da Montag ist – geschlossen. Elephant Island, Red Fort, Lama-Residenz, ….

Wir verpassen sie alle!