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Indien

Indien

Anniversary

Die Ärzte – Alles für dich

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Aktualität

Fille und ich haben die letzten Beiträge aus Indien überarbeitet und veröffentlicht.

Durch den Derby Eintrag sind sie etwas weiter hinten. Aber da so gut wie jeder an seiner Maus rein Rad zum scrollen hat, sollte das ja kein Problem mehr darstellen.

@Cathrin Meyer: Sorry darling, aber Fille ist jetzt meine liebste Reisebegleitung. Aber gleichauf kommst du. Nur hat sie Schwesternbonus. Also nicht weinen, bitte 🙂

Kot auf den Sportlerzimmern

Das Hamburger Abendblatt schreibt über die Commonwealth Games in Delhi, die in 10 Tagen starten sollen. Weil Philippa und ich auch dort waren und wir von oben das Gelände begutachten konnten, hier ein Bericht aus Delhi 5 Wochen später. Grandios finde ich die Rechtfertigung des Generalsekretärs des Organisationskomitees Jeder hat bei Sauberkeit andere Maßstäbe. Westler haben andere Maßstäbe, gleichzeitig haben wir andere Maßstäbe.“

(gefunden auf http://www.abendblatt.de/sport/article1639800/Kot-auf-den-Sportlerzimmern-Indien-droht-Riesen-Blamage.html)

Die Commonwealth Games in Neu Delhi drohen zu einem Debakel für Indien zu werden. Das Land scheint völlig überfordert.

Neu Delhi . Unhaltbare Zustände bei den Commonwealth Games in Indien: Eine Brücke stürzt ein, das Athletendorf starrt vor Dreck, Teilnehmer fürchten Krankheiten und Anschläge. Dabei sollten die Spiele zum Aushängeschild der aufstrebenden Wirtschaftsmacht werden und die Inder mit Stolz erfüllen. Die Organisatoren versprachen „die besten Spiele“ jemals, doch zehn Tage vor Beginn der Mega-Veranstaltung in der Hauptstadt Neu Delhi reißt die Pannenserie nicht ab. Die ersten Sportler haben ihre Reise nach Neu Delhi bereits abgesagt. Indien, das im kommenden Jahr seine Formel-1-Premiere feiern will, droht eine gigantische Blamage. Die „Hindustan Times“ schreibt gar von einer „nationalen Schande“.

Der Chef der englischen Delegation, Andrew Foster, sagte der BBC am Mittwoch, die nächsten 24 bis 48 Stunden seien kritisch, die Situation stehe „auf des Messers Schneide“. Der Präsident der Commonwealth Games, Michael Fennell, bat um ein Krisentreffen mit Premierminister Manmohan Singh. Längst sind die Spiele in Indien zur Chefsache geworden. Der Jamaikaner Fennell hatte sich am Dienstag über unhaltbare hygienische Zustände im Athletendorf beklagt. Singh will nun selber darüber wachen, dass ordentlich geputzt wird:Er hat die Behörden angewiesen, ihn täglich über die Säuberungsarbeiten zu informieren.

Die „Times of India“ berichtete am Mittwoch über die verheerenden Eindrücke der ausländischen Delegationen, die das Athletendorf vor dem Eintreffen der ersten Sportler an diesem Donnerstag inspiziert hatten. Die Besucher hätten „Scheiße in Zimmern“ bemängelt, in den Betten lägen Straßenhunde. Die Toiletten seien „ekelhaft“, die Elektrik sei unsicher. Die Gebäude seien voller Müll und die Bedingungen schlicht „nicht akzeptabel“.

Wenig überzeugend wirkte die Rechtfertigung des Generalsekretärs des Organisationskomitees, Lalit Bhanot. „Es ist kein so großes Thema, dass wir uns dafür schämen sollten“, sagte er. „Jeder hat bei Sauberkeit andere Maßstäbe. Westler haben andere Maßstäbe, gleichzeitig haben wir andere Maßstäbe.“ Vorsichtshalber kündigte das schottische Team am Mittwoch schon mal an, die Anreise „um ein paar Tage“ zu verschieben, um den Organisatoren Zeit zu geben.

Denn mit Putzen ist es nicht getan. Die Organisatoren werden zwar nicht müde zu betonen, dass zur Eröffnung der größten internationalen Sportveranstaltung des Jahres nach der Fußball-WM alles fertig sein wird. Immerhin hatten sie fast sieben Jahre Zeit. Doch erst am Dienstag stürzte eine neue Brücke ein, über die Fußgänger vom Parkplatz zum Nehru-Stadion gelangen sollten, wo die Spiele am 3. Oktober eröffnet werden sollen. 23 Bauarbeiter wurden verletzt. Im selben Stadion brach am Mittwoch ein Teil einer Zwischendecke ein.

Und das sind nicht die einzigen Probleme. Neu Delhi befürchtet den schwersten Ausbruch von Dengue-Fieber seit fünf Jahren, mehr als 2400 Erkrankungen und mindestens vier Tote verzeichnen die Behörden bislang. Hoch-Zeit der von Moskitos übertragenen Erkrankung ist gewöhnlich im Oktober – wenn die mehr als 7000 Sportler aus den Commonwealth-Staaten um Medaillen kämpfen. Die Mücken fanden in den vielen Baustellen, in denen wegen eines ungewöhnlich heftigen Monsuns das Wasser stand, optimale Brutbedingungen.

Angst verbreiten nicht nur Krankheiten, sondern auch Terroristen, die in Indien immer wieder Anschläge verüben. Am Sonntag schossen Attentäter in Neu Delhi von einem Motorrad aus auf einen Touristenbus, zwei Besucher aus Taiwan wurden verletzt. Die australische Diskus-Weltmeisterin Dani Samuels zog nun die Notbremse und gesellte sich zur wachsenden Gruppe der Sportler, die ihre Teilnahme absagten. Auch eine Goldmedaille sei es „nicht wert, mein Leben dafür zu riskieren“, meinte Samuels.

Dass die Spiele dafür sorgten, dass die miserable Infrastruktur in Neu Delhi in den vergangenen Jahren deutlich verbessert wurde, dass etwa die Metro ausgebaut und ein neuer Flughafen eröffnet wurden, geht in dem Chaos inzwischen völlig unter. „Indien ist weltweit beschämt worden – durch Politiker und Beamte, die sich als gleichgültig, unfähig und möglicherweise korrupt herausstellten“, schrieb die „Times of India“. „Jetzt steht Indien gedemütigt da. Die Welt weiß, dass die Brücken, die wir bauen, kollabieren; dass wir nicht einmal Toiletten sauber halten können.“

2010-09-03_Jaipur_087

Good old Germany

Back in Germany, finally. Bright blue sky and sunshine in Hamburg and a nice scenic flight around Hamburg. The pilot was so kind to orbit Hamburg 2 times so we had nice and stunning views of one of the most beautiful towns in the world. In the past I arrived many times in Hamburg by plane, but either it was cloudy or night so I never saw the city in daylight. It was amazing.

Of course Hamburg does not have a Taj Mahal, there aren´t mountains, wild rivers, no black beaches or blue water. But there is something else you can´t describe with words. And needless to say it is my hometown!!!

The flight was o.k. although it was the worst of all flights this year. The airline was the russion Aeroflot, an airline wich was not allowed to enter Europe 20 years ago because of lack of safety. The plane was small and older than me, the seats uncomfotable and the food the same as in indian planes – awful. You can´t comare the cold potatoes and old rolls with the noodles and fish I got in the Air Singapore flight from Singapore to Auckland. But worse than the food was the fact, that not a single stuardess or stuard was able to talk english. Even on the International Airport of Moscow it was quite difficult to communicate with the russion people. In India it wasn´t a problem.

We flew 9 times during our trip through India and Nepal and we never had more than 10 minutes delay. In Moscow we had almost 2 hours. But it wasn´t that bad because we both were sick again and the airport toiles are better than the one in the plane. And we had time to buy presents for our parents at home, because we spend the last two days in Jaipur just relaxing and doing nothing in the hotel, trying to cure our disease.
When we arrived in Hamburg our family and two friends welcomed us. It was fantastic to see them again and breath the cold and fresh Air in Hamburg. Thanks to my father for the best cup of coffee I´ve ever had.

Jaipur

Unsere Indienreise ist so gut wie zu Ende, jetzt haben wir noch 2 Tage in Jaipur verbracht und sitzen in Delhi im Indira Ghandi Flughafen und warten auf Aeroflot – GurkenAirline! Die Fahrt von Jaipur hierher war sehr angenehm – Wir hatten uns einen Zug genommen. Eigentlich wollten wir die Strecke mit dem Bus machen, aber wir haben erstmal genug von Busfahren in Indien. Von Fathepur nach Jaipur haben wir wieder 10 Stunden gebraucht und waren in Jaipur doch gut geschafft. Beide haben wir Kopfschmerzen und sind erkältet, dazu der Reisestress und die Hitze waren wohl doch etwas zu viel für uns.

Jaipur ist eine der interessantesten Städte Indiens und es gibt jede Menge zu entdecken, zu sehen. Anzahl der Sehenswürdigkeiten, die wir besucht haben: Null. Wir waren einfach übersättigt von der Kultur dass wir am Ende nicht mehr wirklich hätten genießen und aufnehmen können. Früh am Donnerstag morgen holten wir uns eine Ryckshaw und fuhren zum Fort 12 Kilometer außerhalb von Jaipur. Der Fahrer wollte warten und uns dann wieder zurücknehmen. Wir hatten beide Kopfschmerzen und waren nicht wirklich fit, trotzdem wollten wir erstmal losfahren und den letzten ganzen Tag nutzen. Als wir am Fort ankamen, mussten wir erstmal einige hundert Stufen hinaufsteigen, um zum Eingang zu gelangen. Man kann sich auch einen Elefanten mieten, aber das ist erstens teuer, zweitens unnötig und drittens tierquälerei. Elefanten finden bergrunterlaufen nämlich gar nicht so toll wie immer behauptet.

Wer es trotzdem gemacht hat, für das “Erlebnis”, saß zu zweit auf dem Rücken eines Dickhäuters, der Führer saß auf dem Kopf des Tieres und zu Füßen hatte man 1-2 Inder, die nebenherliefen und ihre Ware anpriesen. Eine doch recht korpulente Frau machte auf einem Elefanten sitzend ein so missmutiges Gesicht, dass wir nicht beurteilen konnten, was die Ursache sei. War es, weil sie den lästigen Verkäufer nicht loswerden konnte und dieser die Stimmung ruinierte oder weil sie sich überlegte, ob nicht besser sie den Elefanten tragen sollte.

Oben angekommen sind wir erstmal am Eingang vorbei straight geradeaus weiter zum 2ten Aufgang zum vor. Von dort kann man über das Dorf nach oben zum Fort steigen und nicht wie wir von der Hauptstraße aus. Wir wollten einfach nur ausruhen, etwas essen und Tee trinken, aber den gab es nicht. Also gingen wir durch die ~15 fliegenden Händler und setzten uns auf die Mauer. Nach wenigen Minuten merkten die Inder, dass wir nichts kaufen und dass sie nur ihre Zeit verschwenden, sie wandten sich wieder den anderen Touristen zu. Ich zückte meine Kamera und fing an, die anderen Touristen zu fotographieren, wie sie umringt und belagert werden. Die verschiedenen Arten, mit dieser Belästigung umzugehen war für Fille und mich sehr interessant und lustig mit anzusehen. Einige Japaner/Chinesen hatten sich einen Blog Postkarten gekauft und wurden umso härter bedrängt – Wer einmal weich geworden ist, bei dem klappts sicher noch ein weiteres Mal.

Es gab kleine Wasserpumpen, Puppen, Armreife, Hochglanzkataloge und allerlei anderen Schnickschnack, den niemand wirklich braucht. Einige der Verkäufer störten sich daran, dass wir da saßen, sie bei ihrer Arbeit fotografierten und viel lachten. Andere fühlten sich angesprochen, die Touristen noch arger zu bedrängen und machten sich einen Spaß draus. Als wir dann nach fast einer ganzen Stunde wieder aufbrachen, kam zufällig ein “neuer” Inder an, der uns Sachen andrehen wollte. Natürlich hatte er nicht mitbekommen, dass wir da über eine Stunde saßen und uns darüber lustig machten, wie man hier mit “uns” Touristen umgeht. Er hielt uns seine Holzelefanten “very cheep and special preiz for you” unter die Nase und schaute uns erwartungsvoll an. Wir zückten spontan die Ringe, die sich Fille vorgestern in in Fathepur gekauft hat (6 Armreife, wirklich schön! (Ich muss das sagen :))) und hielten sie ihm unter die Nase, tragen ganz nah an ihn ran, fassten seinen Arm an und redeten im schlechtesten Englisch auf ihn ein. “one fohr dschast twenti ruppies!” “Veri gud preiz fohr weri gud frend!”.

Wir sind noch nie einen Inder so schnell losgeworden wie ihn. Sagenhaft wie schnell man sie loswird, wenn man selbst distanzlos, unverschämt und dreist auftritt und ihnen damit zeigt, wie sie mit uns umgehen. Auf dem Weg zurück vom Fort zur Straße kamen uns die ganzen Elefanten entgegen, beladen mit Touristen, umgeben von Verkäufern, die von unten Ware feil bieten. 2 Elefanten, mit Jugendlichen beladen, wurden hart bedrängt. Wir sahen uns zum eingreifen genötigt, griffen wieder zu unseren Armreifen und stellten uns in Indermanier neben die Elefenten, reckten die Arme empor und hielten unsere Ware so weit Richtung Touristen wie wir konnten. Dazu redeten wir auf sie ein, dass jeder Marktschreier neidisch geworden wäre. Die 2 Inder schauten uns ganz ganz böse an und verschwanden – die Touris auf den Elefanten lachten.

Wir stiegen in unsere Ryckshaw und fuhren zurück nach Jaipur – Ohne das Fort betreten zu haben.

Am nächsten Tag waren wir erst Fein essen und danach noch im Kino. Dazu suchten wir uns ein besseres Restaurant und wollten ein einziges Mal richtig chick essen gehen. Doch leider wollten die Inder nicht, wie wir wollten. Wir bestellten frisch gepressten Ananassaft, dazu Lassi und ein Dosa (wie ein Crepe, gefüllt mit Zwiebeln und Kartoffelbrei). Das Lassi war Milch und warm, der Ananassaft war frisch geöffnet und dazu noch mit Wasser gesreckt. Auf die Frage, warum wir denn keinen frisch gepressten Ananassaft bekommen haben wurde nur gesagt, dass es eben solcher sei. Sicher. Nach 4 Wochen mit täglichen mehreren frisch gepressten Säften will uns diese Nase vormachen, dass es sich um frisch gepressten Saft handelt. Das ist wie zu behaupten, dass es Seide sei, obwohl auf dem Schild “Polyester” steht. Oder Orginal Elfenbein Armreife… oder oder oder.

Damit wurde leider nichts aus “schön essen gehen” mit Nachtisch, Cocktails usw.. Wir sind dann eben zu McDonnalds und haben uns noch eine große Coke Light gegönnt. Immerhin etwas. Der Kinofilm “LAFANGEY PARINGEY” war auf Hindi, ohne Untertitel. Wir verstanden kein einziges Wort. Aber die Story war so linear und einfach gestrickt, dass man keine Schwierigkeiten hatte. Mann überfährt Frau, Frau ist daraufhin blind, Fahrer flüchtet. Die beiden kennen sich. Er fühlt sich schuldigt und kümmert sich um sie, hiflt ihr ihren Traum zu verwirklichen, Tänzerin bei INDIEN SUCHT DEN SUPERSTAR. Naja, sie verlieben sich.

Während des ganzen Films wird keine Haut gezeigt, die durchaus ansehnlichen Frauen im Film sind zugenknöpft bis obenhin, aber doch sehr körperbetont gekleidet. Der Film spielt in Bombay, wir erkennen viele Straßen wieder. Auch wenn sie im Film nicht unter Müllbergen begraben sind. Am Ende küsst sich das Pärchen, der ganz Saal klatscht und johlt. Und darauf brechen alle auf. 2 Minuten später ist der Saal leer. Außer mir und FIlippa sitzen nur noch etwa 10 andere im Kino. Und jetzt erkennt man auch – Es sind ALLES auch Touristen, die sich wahrscheinlich genau so über die Inder wundern. Stürmen 5 Minuten vor Filmende raus, als gäbe es da etwas umsonst, als würden sie etwas wichtiges verpassen ….

Bollywood eben!

Fathepur – Geisterstadt

Eine Stadt, geplant und gebaut innerhalb weniger Jahre, verlassen nur wenige später. Der neue Herrscher wollte sich einen neuen Pallast bauen, sein Matchzentrum durch eindrucksvolle Bauten hervorheben und dazu schien ihm Agra nicht geeignet zu sein. Also auf nach Fathepur und eine Anlage für mehrere 10.000 Menschen errichtet. Dumm nur, wenn es weit und breit kein Wasser gibt. Das hatte natürlich niemand bedacht, und so musste die Stadt nach nur wenigen Jahren wieder aufgegeben werden. Dumm gelaufen.

Brütende Hitze und Kopfschmerzen hielten uns heute nicht davon ab, auf dem Weg von Agra nach Jaipur, unserer letzten Station in Indien, noch Fathepur mitzunehmen. Gibt nicht viel zu sagen, nur zu sehen.

Agra

Wir sind in Agra, sitzen auf einer Dachterrasse, trinken Lassi, Unmengen Tee und futtern Paratha mit Ei, Curry und andere leckere Sachen. Da wir morgen früh weiter nach Fathepur, der Geisterstadt, wollen, haben wir uns ein großes Lunchpaket gleich mitbestellt und zusammenpacken lassen. Der Preis, den wir gleich werden zahlen müssen, liegt bei 260 Ruppies, also etwa 4 Euro. So viel und so gut gegessen wie eben haben wir noch nie hier in Indien. Und das ganze mit einem wahnsinnigen Blick auf das Taj Mahal, nach den Pyramiden das wohl bekannteste Grab der Welt. Aber der Reihe nach.

Wir sind ganz früh morgens aus Kajuraho aufgebrochen, da nur ein Bus am Tag von dort nach Agra fährt. 220 Kilometer sind es, laut Fahrplan benötigen wir dafür 6 Stunden, das wären dann etwa 40 km/h. Wir kennen das Spiel schon und rechnen mit 9 Stunden. Dass es am Ende 12 werden, hätten wir nicht gedacht. Jedes Fahrrad hätte die Strecke schneller zurückgelegt. Fille und ich waren am Ende am Ende und wollten nur noch in unser Hotel, die beiden Mexikaner allerdings waren noch etwas mehr mitgenommen. Deren Gesichtsfarbe war etwas besorgniserregend und der Ausdruck in ihren Gesichtern hätte mich, wäre ich Inder, wahrscheinlich dazu bewogen, das weite zu suchen. Hauptgrund war nicht etwa die lange Fahrt, sondern die Tatsache, dass wir jeder 400 Ruppies für einen Super Deluxe Premium Bus bezahlt hatten, der zwischen Kajuraho und Agra 3x stoppt und sonst zügig durchfährt. Und der nur so viele Passagiere mitfahren lässt wie es Sitzplätze gibt.

Der Bus war o.k., auch wenn ich ihn eher als schrottreifen Seelenverkäufer bezeichnen würde als als Super Deluxe Premium Bus. Der Fahrer hielt an jeder Tankstelle, jeder Kreuzung, jedem Markt und wartete dort so lange, bis der Bus rappelvoll war, bis man nichts mehr reinquetschen konnte. Nach 500 Metern wollten die ersten wieder aussteigen und zwängten sich raus. Die vom Regen nassen und vor Dreck starrenden quetschten sich halb auf die Sitze und saßen auf uns quasi drauf. Einige von ihnen stanken so unsäglich, dass es nicht mehr feierlich war.

Großartig und höchst befremdlich war die Gruppe von 6 Menschen, die auf Halber Strecke einstieg und eta 2 Stunden mitfuhr. 5 davon waren schwer bewaffnet, trugen Uniformen. Der 6te trug Handschellen und war mit eine langen Kette an 3 seiner Bewacher gebunden. Die nutzen hier anscheinend öffentlich Busse für den Transport von Häftlingen ….. Sachen gibts!

Als wir dann endlich am Abend in Agra ankamen sind wir gleich mit einer Ryckshaw ins Hotel und haben uns geduscht und dann ab auf die Dachterrasse zum Teetrinken und chillen. Am nächsten morgen wurden wir von einem bekannten, wenn auch unangenehmen Geruch geweckt. Die Abdeckung zur Kanalisation war geöffnet und 2 Menschen fühlten mit den Händen in der braunen Masse. Leider war die Öffnung genau an der schmalsten Stelle im Gang zur Rezeption, wo jeder durchmuss. Und natürlich haben wir die Sonnencreme oben vergessen, so dass ich 3x durch diesen Gestank musste.

Aber Taj Mahal war alles wert, jede Busfahrt, jede weitere Unanehmlichkeit. Es war zwar deutlich kleiner und weniger imposant, als ich es erwartet hätte, wir hatten dort aber 2 tolle Stunden. Über die staatlich legitimierte Abzocke der Touristen kann man streiten, Inder zahlen 20 Ruppies, Touristen 750. Immerhin bekommen die Touristen einen halben Liter Wasser gratis dazu. Aber für einen halben Lieter 730 Ruppies mehr Eintritt zahlen?!? Im Taj selbst wurden wir ungefähr 50x (kein Scherz!) gefragt, ob wir ein Foto von uns machen lassen (immerhin fragen sie uns!), die ersten 10 haben Glück, der Rest wird abgewiesen. Einem antworteten wir auf die Frage “Das kostet aber 50 Ruppies pro Foto”. Er sagte ja und machte mit seinen Kollegen das Foto. Dass dieser Inder (Student, wie er sagt) dann sein Portmonee zückte und einen Schein rausholte, amüsierte uns mächtig. Natürlich haben wir kein Geld verlangt, aber theoretisch könnten wir hier uns so durchschlagen 🙂

Das Fort von Agra war auch super, eine gigantische Anlage. Aber das schönste war es, am Ende des Tages etwas abseit der Touristenströme durch die Altstadt zu laufen und zu sehen, wie die Inder wirklich leben. Hier sind wurden wir nicht belästigt, in 2 Stunden wurden wir nur ein einziges Mal angesrochen. Und dass auch nur, weil wir etwas irritiert vor den Chicken-Innereien standen und die vielen Fliegen darauf bewunderten. So schön kann Indien sein! Wenn doch nur alle Städte/Straßen so angenehm für westliche Touristen wären wie diese hier. Besonders die vielen Frauen vielen hier auf. Normalerweise sieht man im öffentlich Leben, in Bussen, in Moscheen, Restaurants und anderen Einrichtungen keine oder nur sehr wenige Frauen. Aber hier in der Marktstraße sind sie eindeutig in der Überzahl und farbenfroh wie man es sich nur wünschen kann. Hier wären wir gerne länger geblieben, aber wir müssen weiter.

Eine kleine Anekdote noch am Schluss zum Thema Handeln. Der Verkaufspreis einer Flasche Wasser (1Liter) ist hier auf der Straße etwa 15 Ruppies, oft auch 20. Die meisten Inder bezahlen aber nur 10 und auch mir ist es schon oft gelungen, Flaschen für 10 oder 12 Ruppies zu ergattern. Aber das schaffen Touristen eigentlich nicht. Der Trick ist, Flasche nehmen, die 10 Ruppies reichen und gehen. Dabei sehr bestimmt auftreten.

Soweit nichts besonderes. Aber heute sind wir an einen geraten, der uns die Flasche erst für 15 verkaufen wollte, ich wollte 10 geben. Am Ende ließ er sich auf 12 ein. Wir wollten 2 Flaschen haben, da es so heiß war und waren bereit, ihm für 2 Flaschen 25 zu geben, also 12+12+1. Aber er lies das nicht mit sich machen…. “no no no 2x Rabatt ist zuviel ich hab euch schon gegeben” ….

Verstehe einer diese Logik. Aber da die meisten Verkäufer hier Sachen wie 300 – 40 oder 220 + 20 mit dem Taschenrechner ausrechnen, wundert mich eigentlich gar nichts mehr

Khajuraho

Abgezockt zu werden, immerzu. Das Gefühl begleitet uns, seit wir wieder in Indien sind. Es beginnt am Flughafen von Khajaraho, wo wir wieder mit dem Pärchen aus Mexiko aus dem Flieger steigen und eine Ryckshaw zur Stadt suchen. Natürlich sind wir sofort von einem Schwarm emsiger Taxifahrer umringt, die alle unser bestes wollen, unser Geld. Wir hatten uns vor verlassen des Schutzes der Arrivals Halle informiert, was der Transfer zur Stadt kostet. Aber statt der 60 Ruppies wird uns eine Liste präsentiert, die 150 als Preis angibt. Natürlich alles ganz offiziel mit Stempel der Regierung. Selbst ausgedruckt versteht sich.

Wir versuchen trotzdem an den fairen Preis zu kommen und starten eine Offensive. Fille schleicht sich von dannen und geht auf die Soldaten zu, um die nach dem “offiziellen Preis” zu befragen. Daraus wird nur leider nichts, weil sich sofort 3 der aufmerksamen, “hilfsbereiten” und emsigen Halsabschneider an Fille heften und auf alles einreden, was sie fragen könnte. Aus Erfahrung wissend, dass es unnötig ist, jetzt noch zu fragen fragt sie trotzdem. Die Soldaten nennen uns natürlich Rs 150 als fairen Preis und verweisen auf die offizielle Liste. Wenn es darum geht, Touristen abzuziehen, halten hier alle zusammen. Wir fühlen uns total verarscht und wollen die 5 Kilometer zur Stadt lieber zu Fuß gehen als zu zahlen. Es ist wirklich kein schönes Gefühl, jemandem ausgeliefert zu sein und am Ende zahlen zu müssen.

Natürlich zahlten wir und fuhren Richtung Flughafen. Kurz vor der Stadt hielt der Taxifahrer an und wollte nochmal und nochmal wissen, wohin wir fahren. “Hotel Harmony” und “Osaka Guest House”. Er kannte weder das eine, noch das andere. Wie kann es sein, dass ein Taxifahrer, der den lieben langen Tag eben dieses Taxi fährt, nicht die 35 Hotels der 2000 Einwohnerstadt kennt? Der Stadt, in der er lebt??? Ich habe noch nie in meinem leben einen ortskundigen Taxifahrer in einer mir völlig fremden Stadt den Weg gewiesen. Aber dank des Lonely Planets (Reiseführer) ging es und wir waren am Ziel. Als sich der Taxifahrer nach Erhalt des viel zu hohen Salärs auch noch anbot, mit uns eine “very cheap” Rundtour zu machen, hätten wir ihn würgen können.

Hotel gefunden, eingecheckt, AC geht, alles toll. Ab zur Touristeninformation, wir wollen uns noch mehr informieren und den Bus nach Agra buchen. Der super nette Angestellte berät uns und möchte uns sein Motorrad und die Gegend zeigen. Er würde uns die Maschine leihen und wir könnten hier zusammen durch die Gegend cruisen. Natürlich ohne Helm, aber hier ist fast 0 Verkehr, also kein Problem. Fille hätte sich sogar hinten raufgesetzt und so wären wir zu den Wasserfälllen 25 Kilometer außerhalb der Stadt gefahren. Wir machen die Sache klar, tauschen Telefonnummern aus und wollen uns gerade verabschieden, als er seinen wahren Preis nennt … Kostenlos, aber wir müssen volltanken. Heißt unter dem Strich, dass wir für 3 Stunden Motorrad (50 Kilometer fahren=2 Euro Spritkosten) 21 Euro zahlen sollen. In Nepal hätten wir für ein Motorrad inkl. 100 Kilometer 6 Euro zahlen müssen. Damit entpuppte sich auch dieser erst sehr freundliche und hilfsbereite Inder als jemand, der Touristen ausnimmt, wenn möglich. Dass er im Touristenbüro arbeiten und von der Regierung angestellt ist und eigentlich verhindern soll, dass so etwas passiert, macht uns wütend.

Wir lassen ihn stehen und machen uns auf die Suche nach einem Restaurant. Wir finden ein schönes genau gegenüber der Tempelanlage, die wir uns im Anschluss ansehen wollen. Leider ist es irre heiß und wir warten gefühlte 2 Stunden auf unser Essen, welches aber ausgesprochen schmackhaft ist. Bei mir gibts ein leckeres Thali, bei Fille nur eine Tomatensuppe, der Magen funktioniert immer noch nicht richtig.

Nach der Mahlzeit war die Sonne weg und damit auch die brütende Hitze. Obwohl es sehr schnell dunkel wird, sind wir noch in die Tempelanlage gegangen. Wir haben uns beide nicht gemerkt, aus welcher Zeit diese Tempel stammen und warum sie über und über mit Szenen aus wilden Sexorgien verziert sind. In der Tempelanlage sind wir fast die ganze Zeit barfuß gelaufen. Was für ein nicht mehr gekannter Luxus, barfuß laufen zu können und nicht wie verrückt auf den Boden schauen zu müssen, um nicht in tote Tiere, Scherben oder Exkremente zu treten. Am besten war der Golfrasen, der die Fußsohlen massierte. Waren wir wirklich noch in Indien?

Einige der Tempel waren im Laufe der Zeit eingestürzt und beim Wiederaufbau hatte man sich nicht sonderlich Mühe gegeben, dass die Teile an der ursprünglichen Stelle wieder verbaut werden. Das hat “dem Inder” vor einigen Jahren gereicht. Jetzt fangen sie an, die Steine einzeln zu kartieren und dann den Tempel wieder abzutragen, um in dann “richtig” wieder aufzubauen.

Der nächste Tag wurde wieder etwas anstrengender, aber nicht weniger schön. Früh morgens gingen wir zum Busbahnhof, um uns Tickets für den Bus am nächsten Tag nach Agra zu kaufen. Dazu später mehr! Auf dem Weg dahin bekamen wir die erste Salve Indischer Aufmerksamkeiten ab. Wir waren überall “first customer” und wurden überhäuft mit “Special Price for very gud frend”. Ryckshawfahrer wollten uns zu den Tempel fahren, zum Wasserfall oder zum Kulturdorf. Fille und ich waren noch beide viel zu gut ausgeruht und durch den schönen Tag gestern bestens gelaunt, um uns nerven zu lassen. Stattdessen fingen wir an, die Inder nicht mehr zu ignorieren, sondern auf sie einzugehen. Ryckshawfahrer folgten uns, redeten auf uns ein und erzählten uns, was man alles machen kann. Dass wir nie die Absicht hatten, sie zu mieten, verrieten wir ihnen natürlich nicht. Viele merkten erst nach 5 Minuten, dass wir sie verkohlen und verzogen sich dann mit böser Mine. Für uns der größte Vorteil an der ganzen Geschichte ist aber, dass wir Ruhe haben, solange wir einen Einheimischen neben uns herlaufen haben. Dann werden wir nur von einem belästigt, mit dem wir unser Spielchen treiben, aber der Rest lässt uns in Ruhe.

Heute solls zu den Wasserfällen gehen, wir haben uns zum Glück für diesen Trip entschieden, trotz Hitze und “Übersättigung” mit Eindrücken. Wir wollten uns 2 Fahrräder mieten und die 25 Kilometer zu den Fällen fahren und suchten nach einem Verleih, den wir nicht fanden. Dann erblickte ich einen Weißen, der gerade sein Fahrrad anschloss. Ich näherte mich und sprach ihn an “Excause me Sir” – keine Reaktion. Er reagierte wie ich reagieren würden, wenn mich jemand in Indien mit “Excause mr Sir” anspricht – gar nicht. Als er dann meine Sandalen sah und die Farbe meiner Füße blickte er auf und grinste mich an und er sagte nur “sorry”. Er sagte nicht wofür, aber wir alle wussten, was er meinte. Ich fragte ihn, wo er sein Fahrrad gemietet hat und keine Zehntelsekunde später war schon der erste Inder an uns dran und sagte “Beizicle fohr rent follo mih”. Wir ignorierten ihn beide. Kurz darauf war der zweite Inder da und sie redeten beide auf uns ein.

Der Spanier, der schon 7 Monate durch Indien reist, drehte sich seelenruhig um und wandte sich den Indern zu. Er sagte nur “Ich glaube, er hat mich gefragt und nicht Euch”. Das sagte er in einem so bestimmten Tonfall, dass die beiden augenblicklich verschwanden – wir waren beeindruckt! Spanier müsste man sein 🙂

Der Spanier riet uns, kein Fahrrad dahin zu nehmen, weil es zu heiß und die Strecke zu schlecht sei, also schnappten wir uns eine Ryckshaw. Aber vorher wollten wir noch etwas essen. Auf dem Weg zum Restaurant “GayLord” fuhr wieder eine Ryckshaw neben uns her und bot sich uns an. Ich hatte zwar nicht die Absicht, sie zu mieten, aber eine erste Preisanfrage konnte nicht schaden. (Der faire Preis lag um die 400-450 Ruppies) Der Inder verlangte ….. 400 Ruppies. Also den fairen Preis, ohne zu verhandeln. Sehr symphatisch. Er sagte “Es ist off season, zu viele Fahrer, zu wenige Touristen. Bitte nehmt mich, ich bekomme sonst heute keine Gäste mehr”

Fille und ich waren platt. Der erste Fahrer, der uns die Wahrheit sagt und nicht auch für die Off-Season irgendwelche fadenscheinige Argumente erfindet, warum der Preis jetzt so hoch ist und dass er der beste sei und und und. Wir buchen ihn, wollen aber erst noch gemütlich essen und uns danach zum Hotel fahren lassen. Wir benötigen beide bei dieser Hitze dringend eine Dusche und ein bisschen Klimaanlage.

Über die Wasserfälle verliere ich nicht viele Worte, außer dass es atemberaubend war. Angeblich war die gesammte Ebene vor 7 Jahren komplett mit Wasser aufgefüllt, was für ein Anblick! Bemerkenswert ist hier wieder einmal die Abzocke, noch dazu die dumm-dreiste Berechnung der Preise. Wenn man den Park betritt, muss man noch 3 Kilometer bis zu den Wasserfällen laufen – oder man lässt sich fahren. Jede Person zu Fuß oder auf dem Rad zahlt 150 Ruppies, wir beide also 300. Nimmt man die Ryckshaw mit rein, zahlt man für alle! 400 Ruppies. 5 oder 8 Personen in eine Ryckshaw gepresst zahlen 400 Ruppies und werden gefahren, während wir beide 300 zahlen und die 3 km durch die Hitze laufen müssen ….

Varanasi

Varanasi, die Stadt am Ganges. Hindus -egal ob arm oder reich- kommen von überall her angereist, um im heiligen Wasser zu baden und sich so von all ihren Sünden zu befreien. Oder um zu sterben. Denn wessen Leiche am Ufer des Ganges verbrannt wird, der entkommt dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten, erreicht das Moksha. So ist Varanasi das Zentrum des hinduistischen Glaubens, die heiligeste Stadt Indiens.

Wir wussten also, es würde viel für uns werden…

Und so war es auch. Varanasi -da sind Lukas und ich uns einig- ist die anstrengendste Stadt, in der wir jemals gewesen sind. So viel Indien auf einmal, uns war es oft ein bisschen zu viel.

Die Straßen sind wahnsinnig bevölkert, staubig und laut. Man kann kaum zehn Meter gehen, ohne aufs Dreisteste belästigt zu werden. “Hello Sir, Madame, hotel? ..taxi? …rickshaw? …silk? …money? …handcrafts? …witsch cantri? …name? …you like India?” Manche folgen uns minutenlang und reden wild auf uns ein. Rickshaws schneiden uns den Weg ab, um uns zum Einsteigen zu bewegen. Es ist zum aus der Haut fahren, wir sind doch gerade erst angekommen. Und das alles bei dieser Affenhitze…

Verlässt man dann die Hauptstraßen, um zu den Ghats”””, den heiligen Treppen/Plattformen des Ganges, zu kommen, muss man sich erst duch engste verwundene Gassen quälen, in denen man leicht die Orientierung verliert. Der Gestank ist unglaublich, man steigt über tote Ratten und geht an Hundeleichen vorbei. Alles voller Fliegen, Müll und Tierscheiße. Die Inder sind nicht weniger aufdringlich und betteln und und und… Plötzlich sehen wir Kühe. Es ist kaum zu glauben, denn die Gassen sind ein bis drei Meter breit und nun stehen und liegen da Kühe, an denen man kaum vorbei kommen kann.

Wir sind überwältigt von so viel Indien.

Und dann ist da die faszinierende Seite von Varanasi. Am Manikarnika Ghat dürfen wir von oben die traditionellen Leichenverbrennungen beobachten. Die ganze Familie -nunja, mal wieder sind nur Männer erlaubt, Frauen seien zu emotional, erklärt man uns- trägt den umwickelten Leichnam auf einer Bambustrage zum Holzhaufen.

Das Brennholz wird mit Flammen aus dem heiligen Feuer entzündet. Man erklärt uns, dass es seit über tausend Jahren brennt und nie erloschen ist. Sechs Leichen brennen gleichzeitig, jeden Tag rund um die Uhr und das seit über tausend Jahren.

Jedes Detail zählt für die Bestattungszeremonie, von der Auswahl der Holzsorte bis zum Besprenkeln der Leiche mit heiligem Wasser. Das alles beeindruckt uns sehr, ich kann es kaum beschreiben.

Nach einiger Zeit verlassen wir die Zeremonie und man führt uns zu zwei Frauen, die um Geld für das Holz zur Verbrennung bitten, denn viele, die im Hospitz”””” hinter dem Ghat auf ihren Tod warten, können sich das Holz nicht leisten. Man braucht eine ganz bestimmte Menge an Holz für eine Verbrennung und jedes Kilo einfaches Holz kostet 150 Rps (ca. 2,50 €). “Bezahlt so viele Kilogramm Holz wie euer Herz schwer ist”, und die Frauen betteln und geben sich mit dem, was wir ihnen geben, nicht zufrieden und fordern mehr. Innerhalb von Sekunden fühlen wir uns vom spirituellen in das bekannte touristenabzocke Indien zurückversetzt. Ich verkneife mir eine Bemerkung darüber, wie schwer mein Herz in Wirklichkeit ist und auch Lukas muss sich beherrschen. Wenige Inder sind je zufrieden mit dem, was man ihnen gibt. Selbst nach einer Fahrt in der Rickshaw fordert der Fahrer regelhaft mehr als den zuvor vereinbarten Preis. Für die meisten Inder sind Touristen eben nur wandelnde Geldbeutel. Eigentlich wissen wir das, aber es ist so schwer, es nicht persönlich zu nehmen.

Manchmal denke ich, dass ich hier in gewisser Weise abstumpfe. So viele verschiede Inder fragen dich im Minutentakt, woher du kommst, wie es dir geht, ob du Indien magst, wie du heißt, ob du Seide oder Hasch oder sonst was kaufst, ob du dir seine Waren ansiehst, ob du dieses oder jenes Taxi nimmst oder ob Du einfach nur Geld gibst. Man beantwortet Fragen, sagt freundlich, dass man nichts braucht. Aber das interessiert hier keinen. Sobald du sie auch nur ansiehst, laufen sie dir hinterher, versperren dir den Weg und halten dir ihre Waren direkt ins Gesicht. Ein Nein kennen sie nicht. Abstand schon gar nicht.

So geht man dazu über, ab einem bestimmten Grad der Genervtheit, einfach alle, die einen ansprechen, zu ignorieren. Nur so kann man sich hier fortbewegen. Zum Teil können wir darüber lachen. Aber oft fühle ich mich einfach nur schlecht dabei, Menschen zu ignorieren, die zumindest so tun, als ob sie nur nett sein wollen.

So kommt es, dass oft die Falschen unsere Überdrüssigkeit zu spüren bekommen:

Mal wieder läuft jemand neben uns her und quatscht uns voll. Lukas beantwortet kurz und knapp seine Fragen und geht dann schnurstraks weiter. Der vermeintliche Inder tut beleidigt. Er sei Student aus Nepal und wolle hier nur Geschenke für seine drei Schwestern kaufen. Uns wolle er wirklich nicht belästigen, nur einen Chai mit uns trinken und ein bisschen Englisch reden. Er würde keine “motherfucking Indians” mögen, die einen nur abzocken wollen.

Okay, wir geben ihm eine Chance. Er fragt uns, ob wir vieleicht mitkommen wollen, sich die Seidenmanufakturen anzusehen, in denen die Seidenprodukte gemacht werden, für die Varanasi so bekannt ist. Klar wollen wir.

Und so fahren wir zusammen in die “manufacturing area” und sind begeistert. Keine Touris, nur die Geräusche der Webstühle sind von überall zu hören. Hier würde man als Besucher nicht belästigt, die Menschen hier müssten arbeiten, sie hätten keine Zeit, uns zu behelligen. Der Nepalese führt uns herum und wir dürfen die Produktionsräume betreten. Er ist sehr bemüht und erklärt uns viel, er kennt sich gut aus. Vielleicht ein bisschen zu gut. Wir werden wieder misstrauisch und haben schon ein schlechtes Gewissen dabei, denn er ist wirklich interessant, spricht sehr gutes Englisch und versichert uns immer wieder, dass er nur Geschenke für seine drei Schwestern kaufen will. Heute sei nämlich der Ramadan zur Hälfte rum und aus diesen und jenen Gründen, würde nur heute alle Seide zum Halben Preis angeboten.

Wir betreten einen kleinen Laden, in denen er Seidenschals kaufen will. Dort werden wir sehr freundlich empfangen und bekommen eine gratis Lektion in Sachen Seide und nicht-Seide. Wir haben echt gar keine Ahnung von sowas, aber der Veräufer ist wahnsinnig sympathisch und erfrischend wenig aufdringlich.

Aber irgendwas ist dennoch faul an dem Ganzen. Der Nepalese schaut sich die wahnsinnig teuren Seidenschals für seine Schwestern kaum an, er nimmt sie ohne zu verhandeln und sagt, dass er nur kurz zum nächsten Geldautomaten geht und in fünf Minuten wieder da ist.

Wir bekommen derweil alle möglichen weiteren Seidenprodukte gezeigt, alle wahnsinnig hochwertig, und nur heute zum halben Preis, immernoch wahnsinnig teuer zuz erhalten. Unsere private Tupperparty. Nach zwanzig Minuten ist unser Nepalese immer noch nicht wieder da. Und uns wird mehr und mehr klar, dass wir schon wieder verarscht wurden. Wir kaufen nichts und der Verkäufer, der eben noch meinte, wir sollen nur schauen und uns ja nicht bedrängt fühlen, schaut jetzt ganz schön pissig aus der Wäsche.

Was für ein Aufwand, nur um uns in diesen versteckten Laden zu locken und abzuziehen. Die halber-Preis-am-Ramadan-Geschichte ist natürlich auch eine á”””” la Kapitän Blaubär, wie wir später erfahren.

Leider sind wir in unserem wachsenden Misstrauen netten Indern gegenüber mal wieder bestätigt worden. Denn Nepalese ist er bestimmt nicht gewesen. Und schon gar kein Student.

Ganz Varanasi zu beschreiben würde wohl den Rahmen sprengen. Denn wie gesagt, Varanasi ist viel. Hier also nur unsere Top drei Varansi-Anekdoten:

  1. Nach all dem Stress und der Hitze suchen wir unsere geliebten überteuerten klimatisierten Restaurants, in die die Inder uns nicht folgen können 🙂

    Als wir endlich eins finden, überreicht man uns sogleich eine “Mocktail”(alkoholfreier Cocktail) – Karte mit großer Auswahl an verschiedenen Fruchtsorten. Ich freu mich sehr darauf und bestelle einen Cinderella, einen mosambi-pineapple-mango-lemon-mix. Der Kellner schaut verwirrt und fragt mich, welchen Saft ich denn nun haben will. Ich zeige ihm den Cinderella-Mocktail auf der Karte. Er nickt und wendet sich zum Gehen. Doch dann dreht er sich erneut zu uns um. “Which””” juice? Mosambi, pineapple, mango or lemon?” Wir versuchen verzweifelt, ihm und dem Barkeeper zu erklären, was der Sinn einer Cocktail-Karte ist, auf der immerhin über hundert Verschiedene angeboten werden. Doch es ist absolut zwecklos. Nachdem sie auch das dritte nicht-Mocktail-Getränk, das Lukas stattdessen bestellen will, nicht haben, verlassen wir resigniert aber nicht ohne zu lachen das Lokal.

  2. Wie jeden Abend erkunden wir noch ein bisschen das Nachtleben der Stadt und testen die lokalen Köstlichkeiten, die bei Einbruch der Dunkelheit am Straßenrand angeboten werden. So können wir bei einem frittierten Teigsternchen nicht widerstehen und beißen herzhaft hinen. Das Erste, was wir schmecken, ist einfach nur süß, denn der Teig scheint fast ausschließlich aus Zucker zu bestehen. Dann ist plötzlich der Mund voller flüssigem Fett. Die Dinger sind innen hohl! Nun haben sie es wirklich zu weit getrieben. Wir wissen ja schon, dass hier immer alles in Fett oder Zucker ertränkt wird (sogar frisch gepresstem Saft werden immer einige Esslöffel Zucker beigemischt) aber…

    nun servieren sie mit Fett gefüllten Zucker! Bäääääääääääääääääääääääääh! So schnell ist noch nie etwas im Straßengraben gelandet. Und die Inder kaufen das sogar Tütenweise…

  3. Nach stundenlangen Diskussionen und hartem Verhandeln haben wir es endlich geschafft, eine Bootsfahrt am Gangesufer zu machen.

    (“Aufgrund der monsun-time führt der Ganges mehr Wasser und man braucht wegen der stärkeren Strömung länger für die gleiche Strecke.” Soweit nachvollziehbar.

    “Und darum erhöht sich der Pauschalpreis pro Stunde!” Hä? Touristenabzock-Logik, diskutieren leider zwecklos.)

    Am Uferrand sehen wir die Inder, die im Ganges baden oder ihre Wäsche waschen. Das heilge Wasser ist jedoch vielmehr eine stinkende braune Brühe, der wir nicht zu nahe kommen wollen. Und die trinken das sogar…

    Dann kommen wir am Krankenhaus vorbei. Und sehen jemanden, der die im Ganges gewaschene OP-Kleidung zum Trocknen auslegt. Aaaaah, die waschen ihre OP-Hemden in der dreckigen widerlichen Brühe! Bitte lass uns hier nie ins Krankenhaus müssen…


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Aktuelle Infos

Uns geht es gut! Sind wieder in Indien. Indernet ist mies, daher können wir keine Traumhaften Fotos besonders aus Nepal hochladen. Aber die Blogs wollten wir mal online stellen.

Bei dem Flugzeugabsturz (15 tote Touristen) waren wir zum Glück nicht in der Unglücksmaschine. Aber als Folge darauf habe ich den Mount Everest Flug abgesagt. Naja, komme ja bestimmt nochmal nach Nepal 🙂

Aus

Mona Lisa Cafe & German Bakery, Varanasi